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Was ist dann zu tun?: Berlin wappnet sich für Griechenland-Pleite

Der Druck auf Griechenland wächst. Auch weil der IWF sein Verhandlungsteam abgezogen hat. Aber nicht nur in Washington blickt man zusehends skeptischer in Richtung Athen, auch in Berlin versucht man offenbar, den nächsten Schritt zu planen.

Die Bundesregierung bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf einen Staatsbankrott Griechenlands vor. Es gebe konkrete Beratungen, was im Falle einer Pleite Athens zu tun sei, berichtet "Bild"-Zeitung unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen. Danach sei unter anderem im Gespräch, bei einer Staatspleite Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen. Außerdem werde ein Schuldenschnitt für das Land diskutiert. Regierungsbeamte stünden darüber in einem engen Austausch auch mit Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank (EZB).

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Einen konkreten Plan, wie im Falle einer griechischen Staatspleite zu reagieren sei, habe die Bundesregierung allerdings nicht. Vieles müsse ad-hoc entschieden werden. "Auch die Kanzlerin weiß jetzt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird", um Griechenland bis zum 30. Juni zu retten, zitiert das Blatt einen hochrangigen Diplomaten. Ein Sprecher der Bundesregierung konnte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Dämpfer und Hoffnungsschimmer

Zuvor hatten die internationalen Geldgeber im Schuldenstreit mit Griechenland den Druck auf die Regierung in Athen erhöht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zog überraschend sein Verhandlungsteam aus Brüssel ab und begründete dies mit "großen Differenzen" bei den Gesprächen.

Es gab aber auch einen Hoffnungsschimmer. Ein hochrangiger EU-Vertreter sprach von "guten Aussichten", dass kommende Woche eine Einigung zustande kommt, die für die Euro-Finanzminister akzeptabel sein dürfte. Politischer Wille sei dafür aber absolut nötig, sagte der Vize-Präsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Verhandlungen mit Griechenland würden auf technischer Ebene fortgesetzt, fügte er hinzu.

Die EU-Kommission, die EZB und der IWF verhandeln mit Griechenland über ein verbindliches Reformprogramm. Erst durch dieses kann Griechenland bislang blockierte Hilfsgelder in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erhalten, um die drohende Pleite zu vermeiden. Seit 2010 hat das Land insgesamt bereits 240 Milliarden Euro Hilfen bekommen.

Quelle: n-tv.de

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