Wirtschaft
Japans Automobilindustrie muss die Konjunkturlokomitve spielen, die Reierung und die BoJ stellen die Weichen.
Japans Automobilindustrie muss die Konjunkturlokomitve spielen, die Reierung und die BoJ stellen die Weichen.(Foto: REUTERS)

Alles für das Wachstum: BoJ denkt an neue Geldschwemme

Japans Regierung und die Notenbank versuchen alles, um die daniederliegende Wirtschaft des Landes wieder auf Wachstumsfüße zu stellen. Ein politisches Maßnahmenpaket geht dabei Hand in Hand mit einer ultralockeren Geldpolitik der Bank of Japan. Die könnte auch noch einmal nachlegen.

Japans Ökonomie soll mit allen Mitteln aus der bereits seit 15 Jahre andauernden Deflation geführt werden. Regierung und Bank of Japan (BoJ) setzen dafür auf eine enge Zusammenarbeit. Während die BoJ eine nochmalige Ausweitung der bereits ultralockeren Geldpolitik vorstellen kann, verabschiedete das japanische Kabinett Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums.

Dazu gehören die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, Anreize für private Investitionen sowie die Förderung der Berufstätigkeit von Frauen. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte für den Herbst nach der Oberhauswahl weitere Schritte an. Manche Wirtschaftsvertreter sind enttäuscht darüber, dass zu den Maßnahmen zunächst keine Steuersenkungen für Unternehmen sowie eine weitere Liberalisierung des Arbeitmarkts und der Landwirtschaft gehörten.

Das Wachstumspaket ist Teil des Wiederbelebungsprogramms Abes für die heimische Wirtschaft. Dazu zählen auch eine deutliche Lockerung der Geldpolitik und eine Steigerung der Staatsausgaben. Ein schwächerer Yen-Kurs und das Anziehen der Weltwirtschaft verhalfen dem Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet im ersten Quartal zu einem Anstieg von 4,1 Prozent.

Neue Geldschwemme?

Die Währungshüter der BoJ behalten sich indes die Möglichkeit einer noch breiteren Geldschwemme vor. Ein Teil der Notenbanker will Anpassungen des aktuellen geldpolitischen Regimes nicht ausschließen, wie aus den Protokollen, den sogenannten Minutes, zur BoJ-Ratssitzung am 21. und 22. Mai hervorgeht. "Das aktuelle Regime schließt die Möglichkeit notwendiger Anpassungen nicht aus und deshalb ist Flexibilität ausreichend gesichert", heißt es in den Protokollen.

Einige Mitglieder des Zentralbank-Rats zeigten sich überrascht vom Anstieg der Renditen auf japanische Staatsanleihen, der nur schwer vorauszuahnen gewesen sei. Alle Teilnehmer der Sitzung waren aber der Ansicht, dass man flexibel darauf reagieren sollte.

Ende Mai hatte die BoJ beschlossen, ihren Anfang April eingeschlagenen Kurs einer massiven Lockerung der Geldpolitik fortzusetzen. Seinerzeit hatten die Notenbanker eine radikale Wende in der Geldpolitik vollzogen und festgelegt, die Geldbasis mit einer Jahresrate von 60 bis 70 Billionen Yen auszuweiten, um Japan aus der seit 15 Jahren anhaltenden Deflationsspirale herauszuführen.

Dazu wurde das Programm zum Ankauf von Wertpapieren drastisch ausgeweitet. Die Geldbasis soll in zwei Jahren verdoppelt und die Inflation auf 2 Prozent getrieben werden. Derzeit ist die Inflationsrate leicht negativ.

Der japanische Aktienmarkt hatte eine Rally nach der ersten Ankündigung gefeiert. Binnen eines halbes Jahres legte der Nikkei rund 50 Prozent zu. Allerdings war der japanische Leitindex in den vergangenen zwei Wochen auch wieder rund 20 Prozent gefallen. Grund waren Spekulationen darüber, wie lange die lockere Geldpolitik noch fortgesetzt wird.

Quelle: n-tv.de

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