Wirtschaft
Der Freihandelshafen von Shanghai. Auch der Export wird die schwächelnde Konjunktur nicht ausgleichen können.
Der Freihandelshafen von Shanghai. Auch der Export wird die schwächelnde Konjunktur nicht ausgleichen können.(Foto: imago/Xinhua)

Konjunkturdaten schwächeln: China droht geringstes Wachstum seit 1990

Chinas Wirtschaft droht die größte Schlappe seit 24 Jahren: Die Konjunkturdaten im Dezember sind die schwächsten des ganzen Jahres, das angepeilte Wachstum für das ganze Jahr wackelt. 2015 könnte sich die Situation noch verschärfen.

Das Wachstum der chinesischen Industrie hat sich zum Ende des Jahres weiter verlangsamt. Der amtliche Einkaufsmanagerindex für die Branche sank im Dezember auf 50,1 Punkte. Damit blieb das Barometer nur knapp über der Marke von 50 Punkten, ab dem Wachstum signalisiert wird. Es ist zudem der schwächste Monat des Jahres 2014. Im November hatte der Index noch 50,3 Zähler betragen. Das angepeilte Wachstum für das Gesamtjahr dürfte nicht mehr erreicht werden.

Der amtliche Index, der aktuell von der chinesischen Regierung veröffentlicht wurde, berücksichtigt insbesondere große Staatsunternehmen. Diese scheinen sich besser zu schlagen als kleinere Firmen. Der Index der Großbank HSBC und des Markit-Instituts (PMI), der sich stärker auf diese Unternehmen konzentriert, hatte am Vortag ein Schrumpfen der Industrie signalisiert. Das Barometer war im Dezember erstmals seit sieben Monaten rückläufig und auf 49,6 Punkte nach 50,0 im November gefallen.

Jahresziel in Gefahr

Die Daten deuten darauf hin, dass die Staatsführung in Peking die Konjunktur weiter ankurbeln muss, um einen deutlicheren Rückgang des Wachstums zu verhindern. Erst Ende November senkte Chinas Notenbank zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren den Leitzins. Die Zentralbank warnte bereits davor, dass das Wachstum 2015 noch geringer ausfallen könnte als 2014. Im dritten Quartal hatte es sich auf 7,3 Prozent abgeschwächt.

Angesichts weiterhin mauer Konjunkturdaten dürften die von der Regierung in Peking angepeilten 7,5 Prozent im Gesamtjahr nicht mehr zu erreichen sein. Dem Reich der Mitte droht damit das geringste Konjunkturwachstum seit 24 Jahren. Grund ist die Schwäche des Immobilienmarktes, die bis weit ins neue Jahr reichen dürfte.

Auf den Export als Ausgleich ist derzeit kein Verlass. Firmen haben zudem Mühe, ihre Schulden abzubauen. Einziger Lichtblick ist derzeit der Dienstleistungssektor, der etwa die Hälfte der Wirtschaft des Landes ausmacht. Der amtliche Einkaufsmanagerindex stieg im Dezember auf 54,1 Zähler von 53,9 Stellen im November.

Quelle: n-tv.de

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