Wirtschaft

Industrieproduktion schrumpft: China liefert schlechte Nachrichten

Die angestrebte Wachstumsrate von 7,5 Prozent kann die Volksrepublik China in diesem Jahr wohl nicht realisieren. Nun kommen noch unbefriedigende Industriedaten. Die Großbank HSBC beklagt eine "erheblich verlangsamte" Inlandsnachfrage.

Rush Hour in Peking.
Rush Hour in Peking.(Foto: dpa)

Die chinesische Industrie hat sich im Dezember so schwach entwickelt wie seit sieben Monaten nicht mehr. Das geht aus der ersten Veröffentlichung des von der HSBC ermittelten Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hervor. Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft zum Jahresende fortsetzt. Die schwachen Ergebnisse des HSBC-Einkaufsmanagerindex sind insbesondere vor dem Hintergrund der Leitzinssenkung im November und den Stimuli der Pekinger Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft enttäuschend.

"Die Inlandsnachfrage hat sich erheblich verlangsamt", sagte HSBC-Volkswirt Qu Hongbin im Rahmen der Datenveröffentlichung. "Der Rückgang der Produktion setzt sich im Dezember fort und deutet auf ein schwaches Jahresende 2014 hin."

Der Index fiel im Dezember auf 49,5 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle. Ein Wert über 50 deutet auf eine wirtschaftliche Expansion hin, ein Wert unter 50 auf ein Schrumpfen. Im November hatte der HSBC-Index 50,0 Punkte erreicht. Die Subindizes für Ausstoß, neue Aufträge, Beschäftigung und Lagerbestände haben allesamt an Boden verloren, nur bei den neuen Exportaufträgen ging es nach oben.

Bereits im Oktober und November waren die Daten schwach ausgefallen. Ökonom Kevin Lai von Daiwa Capital Markets befürchtet, dass das BIP-Wachstum in China im Schlussquartal nur noch 6,9 Prozent betragen wird. Im dritten Quartal war die Wirtschaft im Jahresvergleich um 7,3 Prozent gewachsen, das war der schwächste Wert seit fünf Jahren.

"Die Komponenten des Einkaufsmanagerindex sehen ziemlich schlecht aus", sagte Lai. "Das Momentum ebbt rapide ab", fügte er hinzu. Das sei ein schlechtes Zeichen für das globale Wachstum, da die Nachfrage aus China nach einer ganzen Reihe von Produkten erheblich zum Wachstum anderer Volkswirtschaften beigetragen hat.
Der vorläufige Einkaufsmanagerindex basiert etwa auf 85 bis 90 Prozent der Rückläufer der von HSBC durchgeführten Umfrage. Normalerweise wird der vorläufige Index eine Woche vor den endgültigen Zahlen veröffentlicht. Dieses Mal ist der Abstand größer. Die finalen Werte sollen am 2. Januar veröffentlicht werden.

Japans Industrie im Aufwind

Dagegen hat die japanische Industrie im Dezember Fahrt aufgenommen. Der vorläufige Einkaufsmanager-Index sei zum Vormonat leicht um 0,1 auf 52,1 Punkte gestiegen, teilte das Markit-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mit. Damit blieb der Index den siebten Monat in Folge oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Das stärkte die Erwartung, dass das Land rasch aus der Rezession wieder herauskommt, in die es im dritten Quartal geraten war, Der endgültige Einkaufsmanagerindex von Markit/JMMA für Dezember wird am 5. Januar veröffentlicht.

Die japanischen Unternehmer rechnen zudem damit, dass die Verbraucherpreise binnen eines Jahres um 1,4 Prozent steigen. Das ergab eine Umfrage der Zentralbank (BoJ), die Teil des Tankan-Berichts ist. Vor drei Monaten hatten die Unternehmer noch einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet. Damit wuchsen die Zweifel, dass die Notenbank das Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent im nächsten Haushaltsjahr erreicht.

Quelle: n-tv.de

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