Wirtschaft

Mehr Ausfuhren als erwartet: China nimmt wieder Fahrt auf

Die Angst vor einer Konjunkturabkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt scheint gebannt. Der positive Trend aus dem Juli setzt sich fort. Die jüngsten Wirtschaftsdaten sind allesamt positiv. China legt beim Außenhandel sogar noch ein Brikett drauf.

Neun von zehn Quartalen liefen zuletzt nicht rund für die chinesische Volksrepublik.
Neun von zehn Quartalen liefen zuletzt nicht rund für die chinesische Volksrepublik.(Foto: REUTERS)

Wenn Chinas Wirtschaft stottert, merken Ökonomen in der ganzen Welt auf. Denn dümpelt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, spüren das alle. Da sind ermutigende Konjunkturzahlen mehr als willkommen: Wie die Zollverwaltung am Wochenende mitteilte, exportierte die zweitgrößte Volkswirtschaft im August mehr als erwartet. Die Angst vor einer herben Abkühlung in dem einstigen Boom-Land tritt damit weiter in den Hintergrund.

Den offiziellen Angaben zufolge stiegen die Ausfuhren im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 7,2 Prozent. Erwartet worden war lediglich ein Plus von sechs Prozent. China lieferte vor allem mehr Elektronikartikel, Textilwaren und Maschinen ins Ausland. Dabei boomte insbesondere der Handel mit südostasiatischen Staaten. Dagegen legten die Ausfuhren in EU-Länder nur leicht zu. Die Importe nach China fielen mit einem Zuwachs von sieben Prozent im August deutlich schwächer aus als vorhergesagt.

Zuvor hatten bereits die Juli-Handelszahlen positiv überrascht. In der vergangenen Woche gab es zudem positive Konjunkturdaten von der chinesischen Industrie sowie den Dienstleistern des Landes.

Ist die Trendwende geglückt?

"Chinas August-Handel unterstützt den seit Juli beobachteten Aufwärtstrend mit einer zunehmenden Wachstumsdynamik und besserer Stimmung am Markt, was auf eine Aufwärtstendenz beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal hinweist", sagten die ANZ-Ökonomen Liu Li-Gang und Zhou Hao nach Vorlage der Daten. In den vergangenen zehn Quartalen musste China in neun Quartalen eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verkraften.

Mit einem Plus von 30,8 Prozent stiegen vor allem die Exporte in die südostasiatischen Länder (Region Asean). Die Ausfuhren in die USA legten im August um 6,1 Prozent zu, in Länder der Europäischen Union um 2,5 Prozent. Exporte nach Japan gingen dagegen den siebten Monat in Folge zurück.

Das im Vergleich zu den Vorhersagen schwächer ausgefallene Import-Plus von sieben Prozent deutet Experten zufolge auf Unsicherheiten über die künftige Nachfrage hin. Analysten hatten einen Importanstieg von 11,3 Prozent prognostiziert. Chinas Handelsüberschuss belief sich den Angaben zufolge im August auf 28,6 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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