Wirtschaft
Der chinesische Handel boomt.
Der chinesische Handel boomt.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 13. Juli 2017

Exportüberschuss steigt: Chinas Handel mit Nordkorea floriert

Die chinesische Konjunktur bleibt in Schwung. Im Juni erzielt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bei überraschend starken Importdaten erneut einen Handelsüberschuss. Dabei gewinnt auch der Handel mit Nordkorea an Fahrt.

China hat im Juni von der anziehenden Weltkonjunktur profitiert. Die Ausfuhren stiegen um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Zollbehörde in Peking bekanntgab. Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 8,7 Prozent vorausgesagt. Die Importe legten mit 17,2 Prozent ebenfalls stärker zu als erwartet. Der von US-Präsident Donald Trump scharf kritisierte Exportüberschuss weitete sich auf 42,77 Milliarden von 40,81 Milliarden US-Dollar im Vormonat aus. Volkswirte hatten hier allerdings einen etwas höheren Wert von 44,2 Milliarden Dollar vorhergesehen.

Politische Sprengkraft besitzt auch der florierende Handel mit Nordkorea: Dieser weitete sich einem Behördensprecher zufolge im ersten Halbjahr um 10,5 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar aus. Die USA fordern von der Regierung in Peking, auf Nordkorea verstärkten Druck auszuüben. Trump hat Chinas Nordkorea-Politik scharf kritisiert und der Regierung in Peking unter Hinweis auf den gestiegenen Handel zwischen den beiden asiatischen Nachbarn mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen.

Nordkorea hat entgegen Auflagen der Vereinten Nationen Raketen getestet, die möglicherweise auch das Territorium der USA erreichen und Atomsprengköpfe tragen können. Das kommunistische Land hat erklärt, einsatzbereite Atomwaffen zu besitzen.

Experten rechnen mit Wachstumsbremse

Angesichts großer politischer Risiken rechnen Experten nicht damit, dass die chinesischen Ausfuhren ihr hohes Tempo halten können. "Das Exportwachstum dürfte sich verlangsamen wegen der unsicheren Nachfrage durch steigende geopolitische Gefahren und dem stärkeren Yuan", erklärten die Analysten der Bank Nomura. "Auch die Importe dürften langsamer zulegen."

Der Internationale Währungsfonds hob kürzlich seine Wachstumsprognose für China in diesem Jahr von 6,6 auf 6,7 Prozent an. Für 2018 werden 6,2 Prozent erwartet. "Der Reformprozess muss beschleunigt werden, um mittelfristige Stabilität zu sichern und dem Risiko zu begegnen, dass die laufende wirtschaftspolitische Umorientierung zu scharfen Anpassungen führen könnte", warnte der IWF. Die Wirtschaft soll künftig stärker vom Konsum als von den Exporten getragen werden.

Die Handelsdaten aus China werden aufmerksam verfolgt, weil sie als Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft gelten, auch wenn sich China darum bemüht, weniger abhängig vom Export zu werden.

Quelle: n-tv.de

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