Nächste Sitzung am 27. DezemberChodorkowski-Urteil verschoben
Die Urteilsverkündung im zweiten Prozess gegen den ehemaligen russischen Ölunternehmer Michail Chodorkowski ist verschoben worden. Die Verlesung des Urteils vor einem Moskauer Gericht soll erst vom 27. Dezember an stattfinden.
Das Urteil im Prozess gegen den inhaftierten Kremlkritiker und früheren Öl-Milliardär Michail Chodorkowski verzögert sich. Richter Viktor Danilkin wird seinen Spruch erst vom 27. Dezember an verkünden. Eigentlich hatte er damit am heutigen Mittwoch beginnen wollen. Gründe für die Verzögerung nannte das Gericht in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax nicht. Die Mitteilung habe auf einem Zettel an der Tür des Gebäudes gestanden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Chef des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos vor, 218 Mio. Tonnen Öl unterschlagen zu haben. Der 47-Jährige hatte die Anklage stets als politisch inszeniert zurückgewiesen.
Beobachter rechnen damit, dass Chodorkowski erneut zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Auch Deutschland und die USA haben das Verfahren immer wieder als politischen Schauprozess ohne Rechtsgrundlage kritisiert. Chodorkowski war bereits wegen Steuerhinterziehung zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die 2011 abläuft.