Allianz bereit zur Einlage-AnpassungCommerzbank-Lücke schließt sich
Es ist nicht mehr viel Zeit bis zum 20. Januar. Die Commerzbank muss dann ihren Plan vorlegen, wie sie ihre Eigenkapitallücke in Höhe von mehr als fünf Milliarden Euro schließen will. Da naht Hilfe aus München: Die Allianz, die der Commerzbank die Dresdner Bank verkauft hat, will angeblich mit ihrer Stillen Einlage helfen.
Der Großaktionär Allianz springt der Commerzbank angeblich
in der Not bei. Der Münchener Versicherer sei grundsätzlich bereit, seine Stille
Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass nutzen kann, hieß es
aus Finanzkreisen. Beschlüsse gebe es aber noch nicht.
Damit käme das Dax-Unternehmen dem Ziel einen großen
Schritt näher, die Lücke ohne staatliche Hilfe zu schließen. "Die Bank ist
zuversichtlich, das Paket rechtzeitig schnüren zu können", sagte ein Insider.
Es werde aber bis zur letzten Minute dauern. Die Allianz und die Commerzbank wollten
sich nicht dazu äußern. Die Commerzbank-Aktie legte deutlich zu.
Die Allianz hatte die Stille Einlage kurz nach der Übernahme
ihrer Tochter Dresdner Bank durch die Commerzbank gezeichnet. Sie wird von der EU-Bankenaufsicht
nicht als hartes Kernkapital anerkannt, weil der Versicherer auch dann Zinsen darauf
erhält, wenn die Bank Verluste schreibt. Damit die Commerzbank sie in die Waagschale
werfen kann, müssten die Zinsen vom Gewinn abhängig sein. Ob die Einlage "gehärtet"
oder direkt in Aktien umgewandelt wird, war zunächst offen. In jedem Fall würde
die Allianz damit ein größeres Risiko eingehen. Sie ist nur noch mit weniger als
fünf Prozent an der Commerzbank beteiligt.
Rettungsplan nimmt Form an
Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte hatte in den Gesprächen
mit der Commerzbank zunächst zur Bedingung gemacht, dass sein Konzern durch die
Änderung keinen finanziellen Schaden erleide. Nun sieht sich die Allianz aber offenbar
in der Pflicht, zur Stabilisierung des Finanzsystems in Europa beizutragen. Sie
hatte sich in der vergangenen Woche bereit erklärt, bei der 7,5 Milliarden Euro
schweren Kapitalerhöhung von Unicredit mit 150 Millionen Euro mitzuziehen, an der
sie zwei Prozent hält.
Der Rettungsplan der Commerzbank wäre damit zu vier Fünftel
perfekt. 2,7 Milliarden Euro soll die Reduzierung der Risiken in der Bilanz (RWA)
bringen, 700 Millionen Euro hat die Bank durch den Rückkauf von Hybridanleihen eingesammelt.
200 Millionen Euro dürfte der Verkauf der früheren Dresdner-Bank-Zentrale gebracht
haben.
Die Commerzbank muss wie
30 andere europäische Banken bis zum 20. Januar den Aufsehern einen Plan vorlegen,
wie sie bis Ende Juni auch unter den widrigen Bedingungen der Schuldenkrise auf
neun Prozent hartes Kernkapital kommen will. Insgesamt fehlen den Instituten nach
Berechnungen der EU-Aufsicht EBA mehr als 115 Milliarden Euro.