Wirtschaft
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Reaktion auf Digitalisierung: Commerzbank strafft Vertrieb

Ihr Filialnetz hat die Commerzbank bereits ausgedünnt. Nun geht das Dax-Unternehmen mit aller Macht die Vertriebsstruktur an, die nach dem Regionalprinzip funktionieren soll. Damit verbunden ist der Wegfall einer Führungsebene.

Die Commerzbank will den Vertrieb des Privatkunden- und Mittelstandsgeschäfts stark umbauen und dabei eine Führungsebene streichen. "Als wir noch 1600 Filialen hatten, waren vier Führungsebenen gerechtfertigt, jetzt ist das nicht mehr der Fall - zumal die Zahl der Filialen tendenziell eher sinken als zunehmen wird", sagte Privatkunden-Vorstand Martin Zielke dem "Handelsblatt".

Nach der Dresdner-Bank-Übernahme habe die Bank die Zahl der Filialen von 1600 auf 1100 reduziert. "An den Führungsebenen darüber haben wir bislang aber nichts geändert", sagte Zielke. Das soll sich nun ändern. Künftig werde es bundesweit fünf regionale Verantwortungsreiche im Vertrieb geben, die von fünf Bereichsvorständen geführt würden. Darunter soll es nicht mehr 25 Gebietsfilialleiter und rund 200 Regionalfilialleiter sowie Leiter Wealth Management geben, sondern 65 Niederlassungsleiter. "Damit entfällt eine komplette Führungsebene im Vertrieb", sagte Zielke.

Mit der strafferen Führungsstruktur will die Commerzbank vor allem Geschäftsprozesse beschleunigen. Das ist der wachsenden Bedeutung von digitalen Angeboten geschuldet. "Digitalisierung bedeutet auch Beschleunigung. Bislang dauert es aber zu lange, bis wir Veränderungen umsetzen", sagte der Manager. Mit der Vereinfachung geht auch eine Reform der Produktpalette einher: Das Produktangebot ist in den Augen Zielkes "noch zu unübersichtlich" und zum Teil auch zu kompliziert". "Wir wollen deshalb die Anzahl der Produkte deutlich reduzieren", sagte er.

Mit der Strukturreform im Vertrieb führt die Commerzbank auch ein strenges Regionalprinzip ein. "Die Niederlassungsleiter werden die Verantwortung für alle Kundengruppen tragen, also für Privatkunden, Geschäftskunden und vermögende Kunden", sagte Zielke. Bislang gab es eine separate Zuständigkeit für das Wealth Management, also das Geschäft mit den vermögenden Kunden.

Quelle: n-tv.de

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