Wirtschaft
Faszination 10.000: Dax richtet sich in Höhenregion ein.
Faszination 10.000: Dax richtet sich in Höhenregion ein.(Foto: REUTERS)

Die magische Linie: Dax ist Mitglied im Exklusiv-Club

Gut 25 Jahre nach seinem Start erreicht der deutsche Leitindex nach mehreren Rückschlägen einen fünfstelligen Indexstand. Damit reiht sich das Börsenbarometer in den Verein der 10.000er ein. Und es geht wohl weiter aufwärts.

Der deutsche Leitindex Dax hat die magische Marke lange umschlichen: Im Sog der Wirren über das Ausmaß der jüngsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank lugt das Börsenbarometer zumindest kurz über die Linie. Damit weist der Index in seiner 25-jährigen Geschichte eine beeindruckende Bilanz auf - und ist jüngstes Mitglied im 10.000er Klub. Und zumindest nach Ansicht der Commerzbank geht es weiter aufwärts.

Die Coba-Experten nehmen den Sprung über die Linie zum Anlass und verweisen darauf, dass das Börsenbarometer in den vergangenen 26 immerhin eine stolze Jahresrendite von über neun Prozent hingelegt hat.

Es begann mit 1163 Punkten

An den offiziellen Start ging das Börsenbarometer dann am 1. Juli 1988 mit 1163,52 Zählern. Und weil Händler für den Blick in die Zukunft gerne auch Entwicklungen in der Vergangenheit bemühen, ergibt sich rein rechnerisch, dass der Dax die 1000 Punkte am 20. Juni 1985 erreicht hatte - theoretisch. Schon im März 2000 begab sich der Dax in die 8000er Regionen, bereichert um die Erfahrung etlicher Nacken- und Tiefschläge.

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Für einen Crash sorgten die Terroranschläge in New York 2001, in deren Folge der Dax bis März 2003 wieder auf rund 2200 Punkte zurückfiel und damit das Niveau von Ende 1995 erreichte. Vier Jahre später kehrte er dann in die Hochgebirgsregionen zurück.

2008 folgte dann der nächste große Steinschlag: Die globale Banken- und Finanzkrise riss die Aktienmärkte erneut in die Tiefe. Was als US-Immobilienkrise begann, entwickelte sich zu einer globalen Bedrohung für die Finanzmärkte. Und als sich endlich Licht am Ende des Tunnels zu zeigen schien, mussten die Aktionäre feststellen, dass dies nur die Lichter des entgegenkommenden Zuges waren - geladen hatte dieser die Staatschuldenkrise in Europa. Es folgten Rettungsschirme und Schuldenschnitte - bislang. Um sich bis auf 3700 Punkte zu halbieren, brauchte der Dax nur gut 14 Monate.

Doch die von den Notenbanken geöffneten Geldschleusen trieben die Indizes weltweit auf neue Höchststände. Der Dax klinkte sich im Mai 2012 in den Aufstieg ein. Im Oktober 2013 rammte er ein Gipfelfähnchen in die 9000 Punkte - gut acht Monate später waren dann die 10.000 erreicht.

Willkommen im Club

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Und damit reihte sich das deutsche Barometer endgültig in den 10.000er-Club ein. Der Nikkei in Tokio nahm bereits am 9. Januar 1984 die Marke. In gut sechs Jahren vervierfachte der Index dann seinen Höchststand beinahe - um nach dem Platzen der Immobilienmarkt einzubrechen und inzwischen nicht einmal mehr ansatzweise den Rekord zu testen.

In Hongkong schaffte der Hang Seng den fünfstelligen Wert im Dezember 1993. Ein Jahr zuvor hatte der 14. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas indirekt den Aufbau einer sozialistischen Marktwirtschaft als Ziel definiert. Seitdem hat er weitere 13.000 Zähler zugelegt.

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Die Mutter aller Indizes - der Dow-Jones-Index - brauchte 103 Jahre für die magische Marke. Am 29. März 1999 war es soweit. Die Terroranschläge und die Hypothekenkrise drückten ihn zwischenzeitlich immer wieder tief in den vierstelligen Bereich zurück. Doch seit Herbst 2010 hält er sich stets oberhalb von 10.000.

12.000 bis Ende 2016 - möglich

Wie geht es mit dem Dax nun weiter? Die Commerzbank-Experten glauben, dass sich der Leitindex zunächst nicht dauerhaft oberhalb der Hürde einrichtet. Dafür seien die Unternehmensgewinne zuletzt eher enttäuschend ausgefallen.

Darüber hinaus belasteten konjunkturelle Unsicherheiten sowie die noch immer nicht ausgestandene Ukraine-Krise. Und auch ein Blick auf den Kalender dürfte den Optimismus dämpfen - der anstehende Sommer gilt traditionell eher als schwächere Börsen-Jahreszeit.

Doch im dritten Quartal sollte der Dax noch Luft nach oben haben, heißt es. Dann dürften auch die Unternehmensgewinne wieder eher oberhalb der Erwartungen liegen. Zudem stützten die vielfach begonnenen Aktienrückkäufe der Unternehmen die Kurse. Grundsätzlich - und das dürfte Anleger freuen - sehen die Coba-Experten durchaus die Chance, dass der Dax in den kommenden zwei Jahren auch die 12.000er Marke in Angriff nimmt.

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Quelle: n-tv.de

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