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Medikament für chronisch Kranke: Deutsche Bauern wollen Cannabis anbauen

Chronisch Kranke dürfen in Deutschland künftig noch umfangreicher mit Cannabis als Medizin versorgt werden. Geregelt werden soll das Vorhaben anhand einer staatlichen Cannabisagentur. Die deutschen Bauern wittern ein Millionen-Geschäft.

Der Plan der Bundesregierung, schwerkranke Patienten künftig besser mit Cannabis zu versorgen, stößt bei Landwirten auf Interesse. "Wir haben bereits gut ein Dutzend Bewerbungen von Landwirten, die den Anbau gerne übernehmen würden", sagte Karl Broich, Präsident des Bonner Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der "Wirtschaftswoche". Ein Gesetzentwurf aus dem Gesundheitsministerium sieht vor, dass schwer chronisch Kranke sich künftig auf Kassenrezept mit Medizinalhanf und mehr Arzneimitteln auf Cannabisbasis als bisher versorgen dürfen.

Künftige Hanf-Lieferanten sollen hohe Qualitätskriterien erfüllen. "Vorbild ist der Medizinalhanf-Anbau in den Niederlanden", sagte Broich. Mit der ersten Aussaat rechnet der BfArM-Präsident frühestens in einem Jahr.

Die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) waren bereits im November bekannt geworden. Inzwischen wurde das so genannte Notifizierungsverfahren in der EU eingeleitet. Die übrigen EU-Staaten haben nun die Möglichkeit, Änderungen vorzuschlagen. Der Entwurf soll in rund drei Monaten vom Kabinett behandelt werden.

Die Bundesregierung will mit dem neuen Gesetz den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken sowie die Kostenerstattung durch die Krankenkassen in "medizinisch begründeten Fällen" regeln. So soll auch ein unkontrollierter Eigenanbau durch Patienten verhindert werden.

Cannabis wird unter anderem zur Behandlung von chronischen Schmerzen oder gegen spastische Lähmungen und Krämpfe bei Multipler Sklerose eingesetzt. Schwerkranke Schmerzpatienten, die Cannabis zur Linderung ihrer chronischen Erkrankungen brauchen, können derzeit schnell ins Visier der Justiz geraten. Die Cannabis-Präparate in den Apotheken sind teuer und die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Bauen Patienten selbst Hanf an, droht ihnen ein Ermittlungsverfahren.

Quelle: n-tv.de

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