Wirtschaft
Von Januar bis August gingen die deutschen Ausfuhren nach Russland um 16,6 Prozent zurück.
Von Januar bis August gingen die deutschen Ausfuhren nach Russland um 16,6 Prozent zurück.(Foto: picture alliance / dpa)

Folge der Wirtschaftssanktionen: Deutsche Russland-Exporte brechen ein

Die Sanktionen gegen Russland fallen auf die deutsche Wirtschaft zurück: Um mehr als ein Viertel gehen die Ausfuhren nach Russland im Monat des Inkrafttretens der Strafmaßnahmen zurück. Aber auch auf russischer Seite hinterlässt der Handelskrieg Spuren.

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland treffen den deutschen Außenhandel zunehmend. Im August, dem Monat, ab dem die Sanktionen in Kraft traten, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 26,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Von Januar bis August gingen die Ausfuhren demnach um 16,6 Prozent zurück. Dies sei der stärkste Einbruch seit der Finanzkrise 2009.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte der "Bild"-Zeitung, die vielen Krisen auf der Welt gingen nicht spurlos an Deutschland vorbei: "Die Sanktionen gegen Russland treffen unsere Wirtschaft stärker als jede andere europäische Wirtschaft."

In der Rangliste der wichtigsten deutschen Exportländer rutschte Russland nach Angaben des Statistikamts auf Platz 13 ab. Im Vorjahr habe das Land noch Rang elf belegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Aufgrund der schwachen Konjunktur hätten sich die deutschen Exporte nach Russland aber bereits 2013 "überdurchschnittlich schwach" entwickelt. In den Jahren zuvor hatten die Ausfuhren dagegen Steigerungsraten um bis zu 30 Prozent erreicht.

Russischen Banken fehlt Geld aus dem Ausland

Wegen des Ukraine-Konflikts haben die Europäische Union, die USA sowie weitere westliche Staaten Russland mit Sanktionen belegt. Betroffen sind beispielsweise Finanzgeschäfte, Rüstungsgüter und Technologie für den Energiesektor. Die Strafmaßnahmen setzten der russischen Wirtschaft in den vergangenen Monaten bereits stark zu.

Der Vizechef der staatlichen russischen Förder- und Außenwirtschaftsbank Vneshekonombank (VEB), Andrej Klepatsch, betonte in einem Handelsblatt-Interview, die Sanktionen hätten die Stagnationstendenzen in seinem Lande noch verstärkt. Das Bankensystem des Landes sei zwar noch stabil, doch fehlten vielen Instituten Finanzmittel aus dem Ausland. Das wiederum schränke ihre Kreditvergabemöglichkeiten ein.

Klepatsch rechnet vor Gericht nicht mit einem Erfolg der Klage russischer Banken gegen die Sanktionen. "Dennoch haben wir, anders als der Iran, bisher noch nicht entschieden, als Gegenmaßnahmen ausländische Kredite nicht mehr zu bedienen", so Klepatsch. Der russische Rubel werde wohl weiter an Wert verlieren. "Er hat seinen niedrigsten Stand noch nicht erreicht." Der russische Rubel fiel am Dienstag mit 54 Rubel für einen Euro auf ein neues Rekordtief.

Quelle: n-tv.de

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