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"Das ist ein Exportrekord": Deutschland knackt die Marke

Die deutsche Exportwirtschaft setzt erstmals mehr als 100 Milliarden Euro pro Monat um. Die Einnahmen steigen im Juli amtlichen Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,5 Prozent - und das trotz aller Krisen und Sanktionen.

Zum ersten Mal überhaupt haben die deutschen Exporteure binnen eines einzelnen Monats mehr als 100 Milliarden Euro umgesetzt. Die Einnahmen der deutschen Außenwirtschaft stiegen im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat auf 101 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

"Das ist ein Exportrekord für einen einzelnen Monat", erklärten die Statistiker. "Besonders die Autobranche hat dazu beigetragen." Auch der Überschuss in der Handelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - erreichte mit 23,4 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.

Besonders bemerkenswert: Die deutsche Außenwirtschaft erzielte den Rekordumsatz in einer Phase, die von tiefer Unsicherheit, neuen Handelshemmnissen und einer ganzen Reihe an geopolitischen Risikofaktoren gekennzeichnet war. Die Russland-Sanktionen zum Beispiel scheinen den deutschen Außenhandel im Juli kaum gebremst zu haben.

Saisonaler Sondereffekt?

Auch der Überschuss in der Handelsbilanz – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - erreichte mit 23,4 Milliarden einen neuen Höchstwert. Die Zahlen aus dem Juli werfen zwar nur ein Schlaglicht auf die Wirtschaftsstärke. Sollte sich der Trend allerdings in den kommenden Monaten bestätigen, dann dürfte der deutsche Handelsbilanzüberschuss die Debatte um Exportungleichgewichte und die Rolle Deutschlands in der Welt neu anfachen. Insbesondere in Washington sehen Wirtschaftspolitiker die deutschen Ausfuhrrekorde kritisch.

Möglicherweise fällt die Exportstatistik allerdings auch nur aufgrund saisonaler Effekte so ausgesprochen gut aus. Experten verwiesen in diesem Zusammenhang zum Beispiel auf die späten Sommerferien. Die für einen Juli ungewöhnlich wenigen Ferientage hatten zuvor bereits die Industrieaufträge und die Produktion überraschend deutlich steigen lassen, wie das Bundeswirtschaftsministerium betonte.

Stärken im EU-Ausland

Die Ausfuhren in die nicht zur Eurozone gehörenden EU-Länder - wozu etwa Großbritannien und Polen zählen - zogen im Juli mit 15,9 Prozent zum Vorjahresmonat besonders kräftig an. Die Exporte in die Euro-Länder wuchsen um 6,2 Prozent, die außerhalb der EU um 7,2 Prozent. Die gegenseitigen Sanktionen der EU und Russland im Ukraine-Konflikt hatten Sorgen vor Belastungen für den Außenhandel geschürt.

Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Exporte um 4,7 Prozent und damit so stark wie seit Mai 2012 nicht mehr. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Die Importe nahmen mit 1,8 Prozent überraschend stark ab.

Quelle: n-tv.de

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