Wirtschaft
Von wegen kommt nicht in die Tüte. Milliardär Berggruen hatte Verkaufspläne immer wieder entschieden bestritten ...
Von wegen kommt nicht in die Tüte. Milliardär Berggruen hatte Verkaufspläne immer wieder entschieden bestritten ...(Foto: picture alliance / dpa)

Ist das der Ausverkauf?: Diamantenhändler steigt bei Karstadt ein

Die Karten bei Karstadt werden schon wieder neu gemischt. Investor Benko, der einen Teil der Kaufhäuser von Nicolas Berggruen übernommen hat, holt sich Verstärkung. Für einen symbolischen Euro dürfen beide auch noch mehr von Berggruen haben.

Réne Benko reicht die Hälfte seines Anteils weiter.
Réne Benko reicht die Hälfte seines Anteils weiter.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Eigentümer von Karstadt spielen Bäumchen-wechsel-dich: Der österreichische Immobilieninvestor René Benko hat bei seinen Luxuskaufhäusern laut "Manager Magazin" einen neuen Partner mit ins Boot geholt. Die Häuser hatte er erst vor kurzem von Alleineigentümer Nicolas Berggruen übernommen. Dem Bericht zufolge handelt es sich bei dem neuen Investor um den israelischen Diamantenhändler Beny Steinmetz.

Steinmetz werde auch Mitbetreiber der Sportsparte mit 28 Filialen. Er übernehme jeweils 37,55 Prozent an der Premium- und der Sportfirma - also jeweils die Hälfte des Benko-Anteils -, berichtet das Magazin unter Berufung auf eine Aufsichtsratsvorlage von Benkos Gesellschaft Signa. Im Gegenzug werde Berggruen von Signa und Steinmetz entschädigt. Der Milliardär werde an einer Gesellschaft beteiligt, der 18 Warenhaus-Immobilien gehörten. Auch eine Beteiligung an den Immobilien von Karstadt-Luxuskaufhäusern stehe im Raum.

"Fast geschenkt"

Wie ein Insider ferner mitteilte, will sich Berggruen darüber hinaus auch von seinem verbliebenen Anteil an den Karstadt-Warenhäusern weitgehend trennen. Berggruen habe Benko und dem Diamantenhändler Beny Steinmetz die Option eingeräumt, für einen Euro 75,1 Prozent der kriselnden Karstadt-Stammgesellschaft zu übernehmen.

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Auch das "Manager Magazin" berichtet über diese Option. Die Stammgesellschaft betreibt die bei Berggruen verbliebenen 83 klassischen Karstadt-Warenhäuser. Eine Sprecherin Berggruens wollte sich nicht äußern, von Benkos Signa Holding war zunächst ebenfalls keine Stellungnahme zu erhalten. Steinmetz' Immobilien-Gesellschaft in London war nicht erreichbar.

Vergangenes Wochenende hatte Kaufhof-Chef Lovro Mandac die anhaltenden Gerüchte über eine Fusion der beiden Kaufhausketten mit dem Spruch abgebügelt, lediglich einzelne Standorte seien interessant. "Ich sehe da keine Möglichkeit, es sei denn, die Läden würden uns geschenkt."

Benko hatte vor kurzem die Mehrheit an zwei Filetstücken des Warenhausriesen von Berggruen gekauft. Er kontrolliert damit das operative Geschäft der Luxus-Warenhäuser, zu denen etwa das KaDeWe in Berlin gehört. Auch die Mehrheit an Karstadt-Sport hat sich der österreichische Investor mit seiner Signa Holding gesichert. Die übrigen Warenhäuser hatte Berggruen behalten.

Der österreichische Investor Benko ist im deutschen Einzelhandel kein Unbekannter - besitzt er doch bereits zahlreiche Karstadt-Immobilien. Zudem hatte er in der Vergangenheit versucht, die Metro-Tochter Kaufhof zu übernehmen. Berggruen hatte Karstadt aus der Insolvenz heraus übernommen. Danach hatte er immer wieder Verkaufspläne entschieden bestritten - auch für die Luxus- und Sporthäuser.

Quelle: n-tv.de

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