Wirtschaft

EZB-Geldschwemme: Draghi registriert bereits positive Wirkung

Europas Währungshüter sind überzeugt: Ihre gewaltigen Anleihenkäufe bringen den Euroraum nach vorn. Die Geldflut zeige positive Wirkung, sagt EZB-Chef Draghi. Ein Land profitiert von den Ankäufen derzeit nicht: Griechenland.

Mario Draghi ist vom Erfolg des EZB-Vorgehens überzeugt.
Mario Draghi ist vom Erfolg des EZB-Vorgehens überzeugt.(Foto: dpa)

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sieht erste Erfolge der neuen Geldschwemme der Notenbank und hat Kritik an einer zu späten Ausweitung der Anleihenkäufe zurückgewiesen. Zuletzt habe es Hinweise für eine breite konjunkturelle Erholung im Euroraum gegeben, sagte der Italiener bei einer Konferenz in Frankfurt. "Unsere Geldpolitik unterstützt die Erholung mit Sicherheit." Zudem sei ein weiterer Rückgang der Renditen der Anleihen Portugals und anderer Länder zu beobachten, die zuvor in Schwierigkeiten waren - trotz der wiederaufgeflammten Griechenland-Krise.

"Das deutet darauf hin, dass das Anleihenkaufprogramm als Schutzschild für andere Euroländern dienen könnte", sagte Draghi. Griechenland profitiert von den Anleihenkäufen derzeit nicht. Denn die EZB darf nur Anleihen von Staaten kaufen, die gute Noten von Ratingagenturen erhalten, es sei denn, das Land befindet sich in einem Sanierungsprogramm der EU und erfüllt alle Sparauflagen, was derzeit auf Athen nicht zutrifft.

Kritik, die EZB habe ihr Kaufprogramm im Gegensatz zu anderen Zentralbanken zu spät gestartet, wies Draghi zurück: "Es ist nicht so als hätten wir im vergangenen Jahr nicht gehandelt." Die EZB habe ihre Sondermaßnahmen nach und nach ausgeweitet, als die Gefahr einer zu lange anhaltenden Periode niedriger Inflationsraten zugenommen habe.

Direkter Eingriff an Finanzmärkten

Während etwa die US-Notenbank Fed ihre Geldschleusen absehbar weiter schließen will, geht die EZB seit Montag in die Vollen: Die Notenbank kauft Staatsanleihen und andere Wertpapiere in gewaltigem Umfang. Pro Monat wollen die Währungshüter 60 Milliarden Euro an frischem Geld in die Märkte pumpen - und das mindestens bis September 2016.

Das Billionen-Programm soll die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und die zuletzt gefährlich niedrige Inflation anheizen. "Wie andere Zentralbanken mussten wir direkt an den Finanzmärkten eingreifen", erklärte Draghi. Staatsanleihenkäufe seien aber nichts Neues, auch die Bundesbank habe das in den 1970er Jahren getan. "Anleihenkäufe sind unkonventionell, aber sie sind nicht unorthodox", betonte Draghi. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist einer der entschiedensten Kritiker der jüngsten Maßnahmen.

Draghi bekräftigte: "Das Anleihenkaufprogramm wird wirken und die Inflation näher an unser Ziel bringen." Die EZB strebt stabile Preise bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Im Januar und Februar waren die Verbraucherpreise im Euroraum gesunken.

Quelle: n-tv.de

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