Wirtschaft

Kleinaktionäre gehen leer ausEtappensieg für Telekom

16.05.2012, 12:08 Uhr
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Die Deutsche Telekom erringt in einem Mammut-Prozess von 17.000 Kleinanlegern gegen den Konzern einen Teil-Erfolg. Das Unternehmen habe in den Unterlagen zu seinem dritten Börsengang im Sommer 2000 "keinen Prospektfehler" gemacht, entschied das Oberlandesgericht. Die Aktionäre wollen jetzt vor den Bundesgerichtshof ziehen.

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Die Kleinaktionäre waren mit großen Hoffnungen in den Prozess gegangen. (Foto: picture alliance / dpa)

Schlappe für die Kleinaktionäre der Deutschen Telekom AG: Die rund 17.000 Kläger gehen im Frankfurter Anlegerschutzprozess um den dritten Börsengang des früheren Staatsunternehmens leer aus. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem Musterprozess entschieden, dass der Börsenverkaufsprospekt aus dem Jahr 2000 keine gravierenden Fehler enthielt. Die Anleger könnten daher keinen Schadensersatz geltend machen.

Das sehen die Kleinaktionäre anders und wollen nun weiter klagen: "In diesen Minuten wird die Revision beim Bundesgerichtshof eingereicht", erklärte der Anwalt des Musterklägers, Andreas Tilp, unmittelbar nach der Verkündung des Beschlusses. Er gehe davon aus, dass der BGH die "falsche Entscheidung" des OLG aufheben werde.

Der größte Anlegerprozess hatte vor vier Jahren beim Oberlandesgericht begonnen. Die ersten Klagen stammen aus dem Jahr 2001. In dem Rechtsstreit hatten die Aktionäre der Telekom vorgeworfen, im fraglichen Prospekt nicht ausreichend über wirtschaftliche Risiken für den Konzern informiert zu haben. Der Konzern war durch den Kauf des Mobilfunkunternehmens Voicestream im Sommer 2000 in den US-Markt eingestiegen. Das US-Geschäft macht der Telekom bis heute massive finanzielle Probleme und drückt auf den Kurs der Telekom-Aktie.

Die Kläger verlangten von der Telekom, der Bundesrepublik und ihrer KfW-Bank zusammen rund 80 Mio. Euro Schadensersatz. Die Telekom hat stets die Rechtmäßigkeit des Prospekts betont.

Beim sogenannten dritten Börsengang waren die mehrfach überzeichneten Aktien zu einem Kurs von 63,50 Euro vor allem an Privatanleger ausgegeben worden. Danach stürzte der Kurs ab und liegt aktuell bei rund 9 Euro. Bund und KfW halten gemeinsam immer noch 32 Prozent der Aktien an dem ehemaligen Staatsunternehmen.

Quelle: ntv.de, sla/AFP/dpa