Wirtschaft
Die Kaufkraft der Russen sinkt.
Die Kaufkraft der Russen sinkt.(Foto: dpa)

DIHK ist beunruhigt: Exporte nach Russland brechen ein

Die desolate Wirtschaftslage Russlands schlagen sich negativ auf die deutschen Exporte nieder. Laut DIHK wirken die westlichen Sanktionen als Katalysator für einen Prozess, der sich bereits abgezeichnet hatte. Russland verbrauche zunehmend seine Reserven.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für dieses Jahr mit einem Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um 20 Prozent. Deutsche Unternehmen litten unter der "dramatisch sinkenden Kaufkraft" der Russen, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu trübten sich die Geschäftsaussichten in Russland im nächsten Jahr weiter ein. Investitionen gingen zurück.

"Deutsche Autofabriken sind bereits seit einigen Wochen auf Kurzarbeit geschaltet oder entlassen Mitarbeiter", erklärte Treier weiter. Die Sanktionen gegen Russland wirkten als Katalysator dieser Entwicklung, die sich allerdings bereits zuvor abgezeichnet hätte. Noch stiegen bei Konsum- und Gebrauchsgütern die Umsätze, weil russische Bürger ihr Geld noch ausgäben, bevor es weiter an Wert verliere.

"Diese Entwicklung wird jedoch befristet sein, bis Ersparnisse aufgebraucht sind", warnte er. Zudem sänken die Erlöse deutscher Firmen in Russland, weil sie umgerechnet in Euro nur noch die Hälfte dessen wert seien, was sie vor Jahresfrist einbrachten.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Stabilität Russlands warnte der DIHK davor, dass das Land zunehmend seine Reserven verbrauche. Devisen würden nicht in dem Maße ins Land zurückfließen wie in der Vergangenheit. Auch zur Finanzierung des Haushalts sei wegen des Ölpreisrutsches ein Rückgriff auf die Reserven nötig.

Quelle: n-tv.de

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