Wirtschaft

Widersprüche im Kirch-Prozess: Ackermann gesteht falsche Aussage

Der einst mächtigste Banker Deutschlands, Josef Ackermann, räumt ein, widersprüchliche Aussagen im Kirch-Prozess gemacht zu haben. In einem Brief an die Staatsanwaltschaft München erklärt er einem Medienbericht zufolge auch, warum.

Josef Ackermann hat noch einmal sein Gedächtnis bemüht.
Josef Ackermann hat noch einmal sein Gedächtnis bemüht.(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat zugegeben, im Kirch-Prozess falsch ausgesagt zu haben. Das berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen vierseitigen Brief, den Ackermann der zuständigen Oberstaatsanwältin bereits Ende Januar geschrieben haben soll.

Wie die Zeitung weiter schreibt, distanziert sich Ackermann von seinem früheren Arbeitgeber. Als Grund für möglicherweise falsche Aussagen führe er vor allem Zeitmangel an. Er habe sich erst nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank gründlich mit dem Thema Kirch befassen können. Möglicherweise habe er sich bei seiner Aussage im Schadenersatzprozess zu sehr von seinen Beratern und der Rechtsabteilung der Deutschen Bank leiten lassen.

Dass er bewusst falsch oder widersprüchlich ausgesagt habe, weist er der Zeitung zufolge von sich. Die Staatsanwaltschaft hatte Ackermann nur eine Woche vor dem Brief in einer Vernehmung Widersprüche vorgeworfen. Gegen Ackermann, dessen Vorgänger Rolf Breuer sowie den heute amtierenden Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, wird seit 2011 wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetrugs ermittelt.

Die Top-Manager werden verdächtigt, vor Gericht falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an Kirch beziehungsweise seine Erben zu verhindern. Das Verfahren ist die letzte juristische Großbaustelle der Bank in dem seit 2002 ausgefochtenen Streit um eine Mitverantwortung der Bank für die Pleite des Kirch-Medienimperiums. 

Ackermann war von 2002 bis 2012 Vorstandsvorsitzender der größten deutschen Bank. Heute sitzt der mittlerweile 66-Jährige im Verwaltungsrat der Renova Management AG, eine Vermögensverwaltung des russischen Oligarchen Viktor Wekselberg. Chef des Unternehmens ist Ex-Siemens-Chef Peter Löscher.

Quelle: n-tv.de

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