Wirtschaft
Sogar langjährige Befürworter der ultralockeren Geldpolitik sehen Anlass, die Geldflut einzudämmen.
Sogar langjährige Befürworter der ultralockeren Geldpolitik sehen Anlass, die Geldflut einzudämmen.(Foto: REUTERS)

Das Ende der Geldflut kommt - nur wann?: Fed-Banker heizen Tapering-Gerüchte an

Wird die US-Notenbank ihre Konjunkturstützen noch dieses Jahr zurückfahren oder doch erst nächstes Jahr? Jeder Hinweis aus den Reihen der Währungshüter wird dankbar entgegen genommen. Nur gut, dass die Banker die Gerüchteküche gerne am Brodeln halten.

James Bullard, Präsident der Fed von St. Louis.
James Bullard, Präsident der Fed von St. Louis.(Foto: REUTERS)

Die Fed-Notenbanker tun offenbar nichts lieber, als selbst Öl ins Feuer zu gießen. Rechtzeitig vor der obligatorischen Schweigefrist vor der nächsten geldpolitischen Sitzung streuen sie wieder ein paar Gerüchte. Deutet sich hier doch ein Rückzug aus der ultralockeren Geldpolitik auf den letzten Metern des Jahres an?

Nimmt man die Äußerungen von Präsidenten einiger regionaler Notenbanken zur Grundlage, scheint es durchaus möglich, dass die US-Notenbank Fed noch vor Jahresende damit beginnen wird, ihre weit geöffneten Geldschleusen zu schließen und das Volumen das milliardenschweren monatlichen Wertpapierkauf zurückzufahren.

Eine bange Woche

Die Fed-Banker werden am 17. und 18. Dezember zu ihrem nächsten Treffen zusammenkommen. Bessere Wirtschaftsdaten aus den USA, insbesondere vom Arbeitsmarkt, hatten den Gerüchten zuletzt viel Nahrung geliefert, dass der Einstieg in den Exit aus der ultralockeren Geldpolitik nicht erst im kommenden Haar eingeläutet werden wird.

Richard Fisher von der Fed in Dallas.
Richard Fisher von der Fed in Dallas.(Foto: REUTERS)

Entsprechend ist das nächste Fed-Treffen von großer Unsicherheit überschattet. Sogar ein langjähriger Befürworter der ultralockeren Geldpolitik wie James Bullard, Präsident der Fed von St. Louis, sagte, die positiven Arbeitsmarktdaten hätten die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fed mit dem Ausstieg aus den Anleihekäufen beginnen werde. Dabei mahnte Bullard, der gegenwärtig im Offenmarktausschuss der Fed stimmberechtigt ist, dass die Tapering genannte Rückführung der Käufe wegen der geringen Inflationsrate vorsichtig erfolgen sollte.

Tapering S oder Tapering XXL

"Ein kleines Tapering würde den Verbesserungen am Arbeitsmarkt Rechnung tragen und dabei gleichzeitig dem Ausschuss die Möglichkeit einräumen, die Entwicklung der Teuerung in der ersten Jahreshälfte 2014 im Auge zu behalten", sagte Bullard. Sollte sich die Inflation nicht wieder dem Ziel von zwei Prozent annähern, könnte die Fed nach seinen Worten eine Pause beim Tapering einlegen.

Deutlicher befürwortete der Präsident der Fed von Dallas, Richard Fisher, einen raschen Beginn des Ausstiegs. "Ich denke, wir sollten jetzt beginnen", sagte Fisher zu Journalisten. Allerdings ist er als Kritiker des Wertpapierkaufprogramms bekannt. Das gegenwärtige Programm, bei dem die Fed jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere für 85 Milliarden US-Dollar erwirbt, koste deutlich mehr als es an Vorteilen bringe.

Fisher, der im kommenden Jahr wieder Stimmrecht im Offenmarktausschuss besitzen wird, sprach sich dafür aus, die Anleihekäufe im Rahmen eines klaren und gut kommunizierten Zeitplans stetig bis auf null zurückzufahren. Dies würde die Belastungen der Märkte durch die Änderung der Geldpolitik gering halten.

Auch der ebenfalls als Gegner der Anleihekäufe bekannte Präsident der Richmond-Fed, Jeffrey Lacker, hält einen baldigen Beginn des Ausstiegs für möglich. Er sieht die US-Wirtschaft zwar nicht in so rosigem Licht wie Fisher, erwartet aber von den geldpolitischen Stimulierungen keine positiven Wirkungen. Nach seinen Worten dürfte bei der geldpolitischen Sitzung in der kommenden Woche über eine Verringerung der Anleihekäufe gesprochen werden. Lacker ist im laufenden Jahr bei den geldpolitischen Entscheidungen ebenfalls nicht stimmberechtigt.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen