Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

US-Wachstum nicht stabil: Fed wagt noch keine Abkehr vom Nullzins

In den USA erholt sich die Wirtschaft nur langsam. Der Zinssatz, zu dem sich Banken Geld leihen können ist deshalb schon seit Jahren niedrig. Die Währungshüter von der Federal Reserve wollen es vorerst dabei belassen.

Die US-Notenbank Federal Reserve hält die Zinsen weiter niedrig. Der Offenmarktausschuss um Fed-Chefin Janet Yellen entschied, den Leitsatz auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent zu belassen.

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Die US-Konjunktur war Anfang des Jahres eingebrochen. Seither habe die Wirtschaft aber wieder moderat zugelegt, erklärten die Währungshüter. Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte hätten moderat angezogen und der Häusermarkt verzeichne einige Verbesserungen.

Eine niedrige Inflationsrate und eine allgemeine Wirtschaftsschwäche hatten die Pläne der Fed bisher durchkreuzt, schon im Juni die Zinswende einzuleiten. Viele Finanzmarktexperten gehen aber nun davon aus, dass die Fed im September oder spätestens zum Jahresende die geldpolitischen Zügel straffen wird.

Zinswende noch in diesem Jahr?

Dazu passt, dass die Notenbanker im Mittel für das Jahresende einen Zinssatz von 0,625 Prozent vorhersagen. Nach dem schwachen Start beurteilen sie die Konjunkturaussichten nun aber etwas pessimistischer: Für 2015 erwarten sie nur noch ein Wachstum von 1,8 bis 2,0 Prozent (März-Prognose: 2,3 bis 2,7 Prozent).

Die Zinsen liegen seit Ende 2008 nahe null. Der Beschluss, die Zinsen unverändert zu lassen, fiel einstimmig. Viele Experten hatten im Vorfeld erwartet, dass einige abweichende Stimmen geben würde.

Die Fed-Vertreter bekräftigen ihre Aussage, dass sie den Leitzins erst erhöhen werden, wenn sie zuversichtlich sind, dass die Inflation sich auf das Ziel von 2 Prozent zu bewegt und die Bedingungen am Arbeitsmarkt sich verbessern.

Keine leeren Versprechen mehr

Die US-Börsen bauten ihre Verluste nach dem Fed-Entscheid zunächst weiter aus, drehten aber binnen Minuten ins Plus. Alle drei großen Indizes tendierten rund 0,2 Prozent höher. Der Dollar gab gegenüber dem Euro weiter nach. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,1308 Dollar knapp 0,6 Prozent höher.

Die Fed tastet sich zurzeit an eine Straffung der Geldpolitik im Laufe dieses Jahres heran. Dabei stehen die Fed-Vertreter vor einem schwierigen Kommunikationsproblem. Auf der einen Seite wollen sie den Anlegern versichern, dass Zinserhöhungen, wenn sie kommen, wahrscheinlich allmählich und nicht ruckartig ausfallen. Andererseits wollen sie es vermeiden, wie in der Vergangenheit, Versprechen zu machen, wohin die Zinsen tendieren.

Quelle: n-tv.de

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