Wirtschaft
Wenn von den 28 zurzeit fahrenden Fernbus-Gesellschaften wirklich nur 3 oder 4 übrig bleiben, dürfte der Preiskampf noch einige Zeit andauern.
Wenn von den 28 zurzeit fahrenden Fernbus-Gesellschaften wirklich nur 3 oder 4 übrig bleiben, dürfte der Preiskampf noch einige Zeit andauern.(Foto: dpa)

Nur wenige werden überleben: Fernbusse rollen in die Preis-Schlacht

Sie brauchen lange, man kann sich kaum in ihnen bewegen, doch sie haben einen Vorteil: Sie sind unschlagbar günstig. Die Deutschen haben die neuen Fernbusse längst ins Herz geschlossen. Eine neue Studie zeigt nun, wie viele den Preiskampf überleben werden.

Wer sich jetzt noch auf dem Fernbus-Markt tummelt, sollte vor allem eins sein: groß. Denn einem Experten zufolge führt der Wettbewerb dazu, dass nur noch drei oder vier Unternehmen ihre Busse über die Autobahnen schicken können. "Mittelfristig" werden nur große Anbieter den Markt dominieren, teilte das Marktforschungsunternehmen Iges in Berlin mit.

Laut Iges gibt es derzeit 28 Fernbus-Betreiber im Markt; sie bieten 249 Linien an und rund 7100 wöchentliche Fahrten. Nach Marktanteilen an der Spitze steht MeinFernbus (46 Prozent), gefolgt von Flixbus (29 Prozent), BerlinLinienBus und IC Bus der Deutschen Bahn (zehn Prozent) und ADAC Postbus (acht Prozent). Die ersten Unternehmen haben bereits aufgegeben oder sind insolvent.

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Noch wachsen die Kundenzahlen. 2013 hätten rund acht Millionen Menschen den Fernbus genutzt, in diesem Jahr werden es laut Iges bereits bis zu 20 Millionen sein. "Bemerkenswert" sei die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Auslastung der Fernbusse: Sie liege bei durchschnittlich 55 Prozent. Bei der Bahn betrage sie nur knapp 48 Prozent.

Preise sind gefallen

Seit der Marktöffnung für Fernbusse Anfang 2013 sind die Preise einer Studie zufolge um 14 Prozent gefallen. Mussten die Kunden zunächst im Schnitt zehn Cent pro Kilometer zahlen, seien es aktuell nur noch 8,6 Cent, teilte das Marktforschungsunternehmen Iges in Berlin mit. Dieser Abwärtstrend werde aber bald stoppen. Einzelne Anbieter würden bereits die Preise "mäßig" erhöhen.

Bahn und Fernbus könnten sich zu einem "sinnvollen Gesamtsystem ergänzen", erklärte der Leiter des Bereichs Mobilität am Iges, Christoph Gipp. Busse vernetzten nicht nur Metropolen, sondern würden auch die Fläche anbinden, vor allem dort, wo die Bahn mangels Wirtschaftlichkeit nicht mehr oder seltener fährt. Erforderlich sei hier ein "fairer Wettbewerb", Voraussetzung seien "faire verkehrspolitische Rahmenbedingungen". Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland hatte jüngst eine leistungsabhängige Maut für Busse und Autos auf den Straßen gefordert, weil die Bahn aufgrund der hohen Trassenpreise benachteiligt sei.

Quelle: n-tv.de

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