Wirtschaft
Jahrelang dauerte die Auseinandersetzung zwischen den Arbeitern des Goodyear-Werks in Amiens mit der Konzernspitze.
Jahrelang dauerte die Auseinandersetzung zwischen den Arbeitern des Goodyear-Werks in Amiens mit der Konzernspitze.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Streit um Schließung von Goodyear-Werk: Geiselnahme bringt höhere Abfindung

Das Goodyear-Werk im nordfranzösischen Amiens ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Grund: der Kampfeswille der Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Jobs. Die sind zwar trotzdem weg, aber das Kidnapping mehrerer Manager bringt dennoch etwas.

Ziel erreicht: Der jahrelange Streit um die Schließung einer Reifenfabrik des US-Konzerns Goodyear im nordfranzösischen Amiens ist zu Ende. Nach der jüngsten Geiselnahme mehrerer Manager sollen die Mitarbeiter dreimal mehr Abfindung bekommen als ursprünglich geplant. Diese Regelung gilt nach Gewerkschaftsangaben für alle Einkommensgruppen. Die Gewerkschaften verzichten im Gegenzug auf weiteren Widerstand. Zuvor hatten sich beide Seiten nach Berichten lokaler Medien auf einen Sozialplan geeinigt.

Die Auseinandersetzung war Anfang Januar eskaliert, als Arbeiter mehr als einen Tag lang zwei Manager des Unternehmens als Geiseln hielten. Nach Ende der Aktion wurde das Gelände besetzt, um höhere Abfindungen zu erzwingen.

Ohne Goodyear neue Chance?

Goodyear will das Werk komplett schließen. Damit verlieren 1173 Beschäftigte ihren Job. Das Unternehmen hatte den Schritt mit geplatzten Verhandlungen zur Sanierung der Fabrik begründet.

Frankreichs sozialistischer Premierminister Jean-Marc Ayrault begrüßte die Einigung. Die Konfliktparteien hätten sich auch bereit  erklärt, keine Hindernisse für den etwaigen Einstieg eines Investors aufzubauen. Montebourg verwies auf die Möglichkeit, dass der US-Reifenhersteller Titan unter seinem Chef Maurice Tayler einsteigen könnte. Titan hatte vor einem Engagement ein Ende des Konflikts mit den Gewerkschaften verlangt.

Titan-Chef Taylor hatte die französische Regierung bei ihrem Bemühen, einen Investor für das Goodyear-Werk zu finden, vor rund einem Jahr schwer brüskiert. In einem Brief an Montebourg lästerte er über die "sogenannten Arbeiter" in dem Reifenwerk, die höchstens "drei Stunden" am Tag arbeiten würden. Der Brief hatte in Frankreich die Wogen der Empörung hoch schlagen lassen.

Im Herbst hatte Montebourg dann aber gesagt, Titan könnte den Goodyear-Standort teilweise übernehmen und dort Reifen für landwirtschaftliche Fahrzeuge herstellen. Damit würden 333 Jobs in der Fabrik auf vier Jahre garantiert. Titan wolle "rund 100 Millionen Dollar" investieren,

Quelle: n-tv.de

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