Wirtschaft
Finanzminister Schäuble sagt gemeinsam mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich den Steuerschlupflöchern den Kampf an.
Finanzminister Schäuble sagt gemeinsam mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich den Steuerschlupflöchern den Kampf an.(Foto: dapd)

Steuerschlupflöcher der Großkonzerne: G20 machen dicht

Deutschland, Frankreich und Großbritannien sagen Steuerschlupflöchern den Kampf an. Gemeinsam wollen die drei Länder auf eine Erneuerung der seit fast hundert Jahren bestehenden Gesetze drängen, mit deren Hilfe internationale Großkonzerne ihre Gewinne in Niedrigsteuer-Länder verschieben können.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich auf dem G20-Treffen in Moskau gegen Steuerschlupflöcher für Großkonzerne mobilgemacht. Die drei Länder würden nun eine gemeinsame Initiative für die faire Besteuerung international tätiger Konzerne vorantreiben, sagte Schäuble am Rande des Treffens in Moskau.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte in einem am Dienstag erschienen Bericht eine Überarbeitung der Steuergesetze auf internationaler Ebene gefordert. Diese hätten nämlich mit der Entwicklung der weltweiten Geschäftsbeziehungen nicht Schritt gehalten.

Mit seinen Kollegen George Osborne (Großbritannien) und Pierre Moscovici (Frankreich) kündigte Schäuble an, in Arbeitsgruppen der Industrienationen-Organisation OECD bis Juli 2013 einen Plan für neue internationale Standards vorzulegen. "Die positiven Effekte der Globalisierung dürfen nicht dazu führen, dass multinationale Unternehmen Gewinne künstlich verlagern können und so keinen fairen Beitrag am Steueraufkommen unserer Staaten leisten", sagte Schäuble.

Grundlegende Reform nötig

Nach den Worten des britischen Schatzkanzlers Osborne soll eine grundlegende Reform der Gesetze angestrebt werden, die es Unternehmen gestatten, die Gewinne zwischen verschiedenen Ländern hin und her zu schieben. Laut Osborne gibt es einen hohen Bedarf an internationalen Standards, um sicherstellen, dass global agierende Unternehmen die Steuern zahlen, die sie dem jeweiligen Staat schulden.

Der Bericht der OECD zeige, dass es eine internationale Angelegenheit ist, die internationale Initiativen erfordere, so Osborne. "Er zeigt auch, dass sich die Weltwirtschaft im Laufe des letzten Jahrzehnts massiv gewandelt hat, die globalen Steuergesetze jedoch für fast ein Jahrhundert unverändert geblieben sind."

In Großbritannien und anderen Ländern sind die Steuerpraktiken einer Reihe weltweit agierender Firmen wie Starbucks, Amazon und Google ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und haben massive Kritik ausgelöst. Ein entsprechender Plan, die Steuerschlupflöcher zu schließen, soll nun erarbeitet und den G20-Staaten im Juli vorgestellt werden. Schäuble und Osborne hatten schon vor einem Vierteljahr die Grundzüge ihrer Initiative bei einem G20-Treffen in Mexiko vorgestellt.

Quelle: n-tv.de

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