Wirtschaft
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Siemens-Konkurrent spart erfolgreich: GE steigert Gewinn kräftig

Der Mischkonzern General Electric (GE) profitiert von der Erholung der Märkte und von seinem Sparkurs. Beim als Konjunkturbarometer geltenden Unternehmen steigen Umsatz und Gewinn. Das Industriegeschäft läuft sehr gut. GE glänzt mit Rekord-Bestellungen.

Der Industriekonzern und Siemens-Konkurrent General Electric (GE) hat im vierten Quartal dank guter Geschäfte in den USA und den Wachstumsmärkten mehr verdient. Zwar drückten weiterhin Restrukturierungskosten auf die Bilanz. Der Konzern profitierte jedoch von Einsparungen, einer verbesserten Produktivität und dem Wachstum im Industriegeschäft. Zum Konzernwachstum trugen sechs der sieben Industriebereiche bei.

Unter dem Strich stieg der Gewinn um fünf Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz legte im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember um drei Prozent auf 40,4 Milliarden Dollar zu. Das war geringfügig mehr als die Marktbeobachter im Konsens mit 40,22 Milliarden Dollar erwartet hatten.

General Electric gilt wegen seiner breiten Aufstellung als Barometer für die Wirtschaft allgemein, die sich in den vergangenen paar Monate gut entwickelt hat. Die Aktie legte nach Vorlage der Zahlen im vorbörslichen US-Handel zunächst zu, drehte dann allerdings ins Minus.

Prall gefüllte Auftragsbücher

Das Industriegeschäft, in das unter anderem Medizintechnik und Flugzeugtriebwerke fallen, trug zu den Erlösen fast 30 Milliarden Dollar bei. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahresquartal, der Gewinn wuchs mit zwölf Prozent doppelt so schnell. Damit verbesserte sich die Marge um 100 Basispunkte auf 18,3 Prozent. Im Gesamtjahr stieg sie um 66 Prozentpunkte. Das ist zwar beachtlich, das Ziel, die Rendite auf Jahressicht um 70 Basispunkte zu verbessern, hat General Electric damit allerdings verfehlt.

Mit den besseren Margen hat das Unternehmen laut Händlern ein solides Fundament geschaffen. Hilfreich sei dabei einerseits ein stetiger Anstieg der Auftragseingänge gewesen, sagte ein Händler. Im Geschäftsfeld Infrastruktur betrug dieser im vierten Quartal acht Prozent. Insgesamt verzeichnet GE Rekord-Bestellungen im Wert von 244 Milliarden Dollar.

Finanzsparte schwächelt

Andererseits hat der Konzern kräftig gespart. Die Kosten konnte GE im vergangenen Jahr um 1,6 Milliarden Dollar senken, wie Konzernchef Jeff Immelt sagte. "GE hat das Jahr mit starken Gewinnen im vierten Quartal und Margenwachstum in einem sich verbessernden aber gemischten Umfeld beendet", sagte er. "Wir sahen gute Bedingungen in Wachstumsmärkten, Stärke in den USA und ein gemischtes Umfeld in Europa." Im laufenden Jahr sollen die Kosten um mindestens eine weitere Milliarde Dollar gedrückt werden.

In der Finanzsparte GE Capital, die derzeit geschrumpft wird, gingen die Einnahmen um fünf Prozent auf rund 11 Milliarden Dollar zurück. Im Laufe diesen Jahres sollen die Finanzgeschäfte mit Endkunden komplett abgespalten werden. Die damit wegfallenden Erlöse muss GE kompensieren. Seine Strategie sei es, weiter in neue Technologien zu investieren und mehrere kleinere Akquisitionen zu tätigen, um die Erlöse nach und nach zu steigern, hatte Immelt Investoren im Dezember in Aussicht gestellt.

1,5 Milliarden Umbaukosten erwartet

In einer vor der Telefonkonferenz veröffentlichten Präsentation kündigte GE an, dass die Finanzsparte 2014 niedrigere Dividenden abwerfen dürfte. Im vergangenen Jahr und 2012 hatte die Dividende 6,5 Milliarden Dollar betragen.

Die Restrukturierungskosten dürften sich 2014 auf eine bis 1,5 Milliarden Dollar belaufen, im vergangenen Jahr hatten die Belastungen durch Restrukturierung 2 Milliarden Dollar betragen.

Derzeit verstärkt GE seine Gesundheitssparte mit Zukäufen. Anfang des Jahres kündigte der Konzern die Übernahme mehrere Geschäfte vom Laborausstatter Thermo Fisher für insgesamt 1,06 Milliarden Dollar an. Der Deal umfasst unter anderem die Geschäfte mit Zellkulturen, Seren und Genmodulation. GE Healthcare will so die Produktpalette mit Technologien für Zellbiologie, Zelltherapie und für die Herstellung von biologischen Arzneien und Impfstoffen ausweiten. Die Bereiche, die jetzt übernommen werden, haben vergangenes Jahr insgesamt einen Umsatz von knapp 250 Millionen Dollar erzielt.

Der deutsche Konkurrent Siemens legt seine Jahreszahlen am 28. Januar vor. Der Schweizer Industriekonzern ABB folgt am 14. Februar.

Quelle: n-tv.de

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