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Rettung für 1800 Jobs: Geht Bosch-Werk an Solarworld?

Es müsse verhindert werden, dass die Patente nach China gehen, sagt Solarworld-Chef Asbeck und meldet bereits vor Monaten Interesse am Bosch-Werk in Arnstadt an. Kosten dürfe das natürlich nichts. Nun scheinen die Würfel gefallen.

Mitten in der eigenen Sanierung steht Solarworld vor der Übernahme des Thüringer Solarwerks von Bosch. Die Gespräche seien fast abgeschlossen, das Geschäft könnte noch in dieser Woche bekanntgegeben werden, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. Es gehe um das Werk in Arnstadt mit 1800 Mitarbeitern, in das Bosch in den vergangenen Jahren mehr als 500 Millionen Euro investiert hat.

Der neue Eigentümer soll noch eine Art Mitgift von Bosch bekommen, wie einer der Insider sagte. Solarworld wollte sich dazu nicht äußern. Bosch erklärte, der Konzern sei unverändert in Gesprächen mit potenziellen Investoren aus der Branche wie auch anderen Bereichen. Zu Details werde sich Bosch nicht äußern.

Auch Aleo sucht Investor

Bosch-Werk in Arnstadt
Bosch-Werk in Arnstadt(Foto: picture alliance / dpa)

Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte bereits im Frühjahr Interesse an dem Werk angemeldet. "Wir finden es schade, wenn mit deutschen Fördergeldern entwickelte Technologie von hier verschwinden würde", hatte er erklärt. Es müsse verhindert werden, dass die Patente nach China gehen. Allerdings hatte er von vornherein klar gemacht, dass Solarworld dafür kein Geld zahlen wolle. Jüngst hatte die Thüringer Landesregierung den Druck auf Bosch noch einmal erhöht.

Bosch-Chef Volkmar Denner hatte die unter Bosch Solar Energy firmierende Sparte mit 3000 Mitarbeitern im Frühjahr auf die Verkaufsliste gesetzt. Allein in Arnstadt produzieren 1800 Mitarbeiter Solarzellen und -module. Das Werk gehörte zu Ersol, die 2008 von Bosch übernommen worden war. Bosch hatte 530 Millionen Euro in den Standort investiert. Doch der Preisverfall sorgte dafür, dass Bosch 2,4 Milliarden Euro in der Solartechnik verbrannte.

Zu der Sparte gehört auch die hoch defizitäre Tochter Aleo Solar mit ihrem Werk im brandenburgischen Prenzlau. Auch Aleo sucht seit Monaten einen Käufer und führt Gespräche mit diversen Investoren. 

2014 wird alles besser

Solarworld, einst das Aushängeschild der Branche, steckt tief in der Krise. Nach einem im August von den Aktionären abgesegneten Sanierungskonzept bleiben diesen nur fünf Prozent an Solarworld. Die Gläubiger tauschen einen Teil der Schulden in Aktien, was die Verbindlichkeiten von über 900 Millionen Euro auf unter 500 Millionen drückt. Rund 60 Millionen Euro Zinsen im Jahr hätten Solarworld überfordert.

Anfechtungsklagen könnten die Sache allerdings verzögern. Asbeck kalkuliert damit, dass die Transaktion erst Anfang 2014 über die Bühne geht. Er setzt auf eine Ertragswende Ende des kommenden Jahres.

Quelle: n-tv.de

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