Wirtschaft

Humor von Nerds: Google bietet schräg

Google verliert den Bieterkampf um Patente gegen ein Konsortium um Apple. Die Gebote des Internet-Riesen erscheinen auf den ersten Blick wirr. Auf den zweiten Blick erschließt sich eine unerwartete Schönheit - zumindest für Menschen mit einem Hang zu mathematischen Konstanten.

Google-Mitarbeiter bei einer Konferenz in San Francisco.
Google-Mitarbeiter bei einer Konferenz in San Francisco.(Foto: REUTERS)

Wer bislang davon ausgegangen ist, dass bei Google vor allem Computer-Nerds arbeiten, hat zweifellos recht. Und wer davon überzeugt ist, dass besagte Nerds ihrem eigenwilligen Humor nur selten widerstehen können, der hat auch recht.

Wie stark Nerds und der entsprechende Humor bei Google ausgeprägt sind, zeigt die Auktion um das Patent-Arsenal des insolventen Telekom-Ausrüsters Nortel. Google, das die Patente für seine Mobilfunk-Plattform Android dringend braucht, glänzt mit schrägen Geboten – und geht am Ende leer aus.

Wie eigenwillig die Gebote waren, darauf weist der "Guardian" hin. Die britische Zeitung nennt drei Beispiele:1.902.160.540 Dollar, 2.614.972.128 Dollar und 3.141.592.653 Dollar.

"War jeder stoned?"

Bei der letzten Zahl könnte auch einigen Nicht-Mathematikern nach kurzem Nachdenken auffallen, dass es sich um Pi handelt – also das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser. Auch die beiden anderen Milliardengebote sind mathematische Konstanten. Bei der ersten handelt es sich um die Brunsche und bei der zweiten um die Meissel-Mertens-Konstante. Der Tech-Blog "Gawker" fragt deshalb: "War bei Google jeder stoned, als die Gebote platziert wurden?"

Das mag sich bei der Auktion der eine oder andere zunächst auch gedacht haben. "Doch dann dämmerte uns langsam, dass sie mit Zahlen hantierten wie etwa der Entfernung zwischen Sonne und Erde", sagte einer der Anwesenden. "Entweder waren die absolut von sich überzeugt – oder einfach nur gelangweilt."

Es ist nicht das erste Mal, dass Google auf Nerd-Humor setzt. Als der Konzern 2004 an die Börse ging, wollte er offiziell 2.718.281.829 Dollar erlösen. Das entspricht der eulerschen Zahl. Sie ist die Basis der natürlichen Exponentialfunktion.

Google verlor das Gefecht um die Nortel-Patente allerdings nicht, weil es Pi geboten hatte. Der Konzern verlor, weil er die 4,5 Mrd. Dollar des Konsortiums um Apple nicht überbieten wollte. Sollte Google das nächste Mal mehr Geld in die Hand nehmen wollen, rät "Gawker" zum Gebot von 4.669.201.609 Dollar. Dabei handelt es sich um die Feigenbaum-Konstante.

Quelle: n-tv.de

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