Wirtschaft
Das Schnäppchen-Portal hat vor allem an den Märkten außerhalb der USA derzeit wenig Freude.
Das Schnäppchen-Portal hat vor allem an den Märkten außerhalb der USA derzeit wenig Freude.(Foto: picture alliance / dpa)

Aktie geht auf Talfahrt: Groupon versprüht wenig Hoffnung

Das Schnäppchen-Portal Groupon legt im dritten Quartal auf dem Heimatmarkt ordentlich zu. Außerhalb der USA brechen die Umsätze dagegen ein. Auch bei der Integration der Zukäufe rumpelt es noch.

Das Schnäppchen-Portal Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen. Im dritten Quartal verlor das Unternehmen annähernd drei Millionen Dollar (zwei Millionen Euro) und damit so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Auch für das Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft machte Groupon nicht viel Hoffnung auf einen Gewinn. Die Aktie fiel nachbörslich um neun Prozent. Dem Unternehmen machen hohe Kosten zu schaffen. Immerhin legte der Umsatz zuletzt um fünf Prozent auf 595 Millionen Dollar zu.

"Wir sind zufrieden mit unseren Fortschritten, aber es gibt noch Arbeit zu tun", sagte Firmenchef Eric Lefkofsky am Sitz in Chicago. Der Mitgründer hatte das Ruder übernommen, nachdem sein Kompagnon Andrew Mason im Februar wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war.

Mobil-Geschäft ausgeweitet

Bei Groupon können Kunden Rabattgutscheine von Dienstleistern, Restaurants oder Händlern kaufen. Lefkofsky will den Nutzern statt der E-Mail-Newsletter, mit denen Groupon einst aufstieg, eine Datenbank mit Rabatt-Angeboten bieten. Damit kommt Groupon bisher vor allem in den USA voran: Dort stieg der Quartalsumsatz um fast ein Viertel, während die Erlöse im Rest der Welt um ein Fünftel absackte.

Das neue System bringt auch Kunden auf mobilen Geräten: Mehr als 50 Prozent der Transaktionen in Nordamerika und 40 Prozent weltweit würden über mobile Geräte wie Smartphones und Tablet abgewickelt. Neun Millionen Nutzer hätten die Groupon-App im dritten Vierteljahr heruntergeladen. Die Zahl der aktiven Nutzer sei im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 43,4 Millionen gestiegen, erklärte Groupon.

Groupon müht sich mit Zukäufen

Groupon hatte sich in der Anfangszeit als "das am schnellsten wachsende Unternehmen aller Zeiten" gepriesen. Der Börsengang im November 2012 brachte eine Bewertung von über zehn Milliarden Dollar. Doch mit dem langsameren Wachstum und anhaltenden roten Zahlen wandten sich die Anleger ab. Die Aktie war zwischenzeitlich nur noch gut ein Zehntel des Ausgabepreises von 20 Dollar wert. Sie liegt jetzt bei rund zehn Dollar.

Groupon hat die Lage zumindest soweit wieder im Griff, dass die zwischenzeitlich abrupt gestoppte internationale Expansion weitergeht. Jetzt verstärkt sich Groupon mit dem Zukauf des südkoreanischen Anbieters Ticket Monster. Bisheriger Besitzer war der US-Rivale LivingSocial, der 260 Millionen Dollar in Barem und Aktien für Ticket Monster bekommt. Das schnelle Wachstum im Ausland galt als ein Auslöser der Groupon-Probleme: Das Unternehmen hatte sich ein buntes Geflecht aus lokalen Anbietern zusammengekauft und tat sich schwer bei der Integration.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen