Wirtschaft

Zwei neue VorständeHSH wird fündig

20.10.2009, 19:31 Uhr

Die HSH Nordbank hat nach monatelanger Suche zwei neue Vorstandsmitglieder berufen. Zuvor hatte der Aufsichtsrat Bankchef Nonnenmacher das Vertrauen ausgesprochen.

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Beide Vorstandsmitglieder wurden zunächst für den Zeitraum von drei Jahren berufen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die HSH Nordbank hat nach monatelanger Suche zwei neue Vorstandsmitglieder berufen. Der 56-jährige Constantin von Oesterreich kommt von der Deutschen Bank und übernimmt das Risikomanagement, teilte der Aufsichtsrat in Hamburg mit. Martin von Gemmeren (39), der seit 2006 für die HSH Nordbank arbeitet und zuvor Unternehmensberater war, soll die neue Abbaubank leiten. Beide Vorstandsmitglieder wurden zunächst für den Zeitraum von drei Jahren berufen. Mit ihnen werde die Bank ihre Restrukturierung beschleunigt voranbringen, erklärte Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher, der zuvor drei Vorstandsressorts selbst geleitet hatte. Die Bankenaufsicht hatte eine Aufstockung des Vorstands angemahnt.

Zuvor hatte der Aufsichtsrat Nonnenmacher das Vertrauen ausgesprochen. Die Anwaltskanzlei Freshfields habe mitgeteilte, dass Nonnenmacher keine Pflichtverstöße vorzuwerfen seien, erklärte Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. "Im Einzelnen stellt die Kanzlei fest, dass Herr Nonnenmacher weder an der Entscheidung über den so genannten Goldman CDS noch an der Entscheidung zu Omega 52 beteiligt gewesen ist und seine Zustimmung zum Omega 55 Engagement keinen Pflichtverstoß darstellt."

Wegen der Omega-Transaktion und anderer Skandale wird Nonnenmacher mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Die HSH Nordbank hatte Ende 2007 Immobilienkredite in Milliardenhöhe an mehrere Großbanken verkauft, darunter die französische BNP Paribas. Durch den Verkauf wollte die unter Druck stehende Landesbank mehr flüssige Mittel bekommen. Der Vertrag mit der BNP Paribas war jedoch an eine andere Abmachung gebunden, wonach die HSH Risiken der BNP über eine Zweckgesellschaft mit dem Namen Omega Capital Funding wieder zurücknehmen musste. Durch die deswegen als "Omega"-Geschäfte bezeichneten Transaktionen musste die HSH im vergangenen Jahr den Wirtschaftsprüfern von KPMG zufolge 500 Millionen Euro wertberichtigen.

Quelle: dpa/rts