Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Tarifrunde 2015: Hier wird verhandelt

Mit dem Auslaufen von Tarifverträge ist es an Arbeitgebern und Arbeitnehmern neue Abschlüsse auszuhandeln. Die Gewerkschaften fordern teils satte Aufschläge. Warnstreiks begleiten die Verhandlungen.

Auch in diesem Jahr stehen in etlichen Branchen wieder Tarifverhandlungen an. Zudem sind zahlreiche Konflikte aus dem vergangenen Jahr noch ungelöst oder durch Teileinigungen verschoben.

Metall- und Elektroindustrie

Die Metaller erhalten ab 1. April an 3,4 Prozent mehr Geld. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 150 Euro. Nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg übernehmen die einzelnen bezirke nach und nach den Abschluss. Die IG Metall hatte eine Entgeltanhebung um bis zu 5,5 Prozent gefordert. Als Laufzeit rät der Vorstand zu zwölf Monaten. Die bisherigen Tarifverträge waren zum Jahresende ausgelaufen.

Volkswagen

Die rund 115.000 Beschäftigten bei VW in Westdeutschland bekommen wie ihre Kollegen in der übrigen Metall- und Elektroindustrie 3,4 Prozent mehr Lohn. Als Sahnehäubchen zahlt der Konzern jedem Vollzeitbeschäftigten 450 Euro in die Betriebsrentenkasse ein. Teilzeitkräfte erhalten einen anteiligen Zuschuss, Auszubildende und Studierende 150 Euro. Die Laufzeit beträgt 15 Monate. Die Arbeitnehmervertreter hatten 5,5 Prozent mehr Geld gefordert. Darüber hinaus beteiligt Europas größer Autobauer seine Tarif-Beschäftigten mit jeweils 5900 Euro am Erfolg des vergangenen Jahres.

Versicherungsgewerbe

Die bundesweit  173.000 Angestellten erhalten ab September 2,4 Prozent mehr Geld. im Oktober 2016 kommen weitere 2,1 Prozent hinzu. Vereinbart wurden zudem Einmalzahlungen. Der Tarifvertrag läuft bis Ende März 2017

Öffentlicher Dienst

Die gut 850.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) erhalten rückwirkend ab 1. März 2,1 Prozent und ab März 2013 weitere 2,3 Prozent mehr Gehalt. Zudem werden die Arbeitnehmerbeträge für die Altersvorsorge erhöht. Der Streit um ein einheitliches Tarifwerk für die bundesweit gut 200.000 angestellten Lehrer ist indes weiter ungelöst.

Verdi und die anderen beteiligten Gewerkschaften hatten eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent, mindestens aber um 175 Euro im Monat, gefordert.

Chemische Industrie

Nach einem Nullmonat bekommen die bundesweit fast 550.000 Beschäftigten regional gestaffelt 2,8 Prozent mehr Gehalt. Bei der Erhöhung haben die Arbeitgeber im Falle wirtschaftlicher Zwänge ein Zweimonatsfrist für Verschiebungen.

Lufthansa

Unternehmen und Piloten ringen weiter um eine Einigung. Im Kern geht es vor allem um die Vorruhestandsregelung. Im vergangenen Jahr hatten die Piloten mehrfach gestreikt.

Deutsche Bahn

Die gut 134.000 EVG-Mitglieder erhalten eine Sonderzahlung in Höhe von insgesamt 1100 Euro. Darüber hinaus steigen die Bezüge ab Juli um 3,5 Prozent, mindestens aber um 80 Euro. Ab Mai 2016 werden die Entgelte um weitere 1,6 Prozent mindestens aber um 40 Euro angehoben. Der Vertrag läuft bis Ende September 2016.

Für die Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft GDL hat die Schlichtung begonnen.

 

Voraussetzung für Tarifverhandlungen ist in der Regel die Kündigung des laufenden Vertrages oder dessen Ende. In den ersten Runden erörtern Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann ihre Vorstellungen. Nicht selten verzichten die Arbeitgeber zu Beginn auf ein Angebot.

Für gewöhnlich besteht bis einen Monat nach Ende des gekündigten oder auslaufenden Vertrags eine Friedenpflicht, in der Warnstreiks oder Streiks unzulässig sind. Können sich beide Seiten nicht einigen, besteht die Möglichkeit eines Schichtungsverfahrens.

Erklärt eine Seite die Verhandlungen für gescheitert oder halten die Arbeitnehmervertreter ein Schlichtungsergebnis für unannehmbar, kann nach einer Urabstimmung  eventuell unbefristet - gestreikt werden. Ziel ist es, so neue Verhandlungen zu erzwingen.

Quelle: n-tv.de

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