Wirtschaft
Alexis Tsipras regiert in einem gut durchreformierten Land - so sieht es zumindest das IW.
Alexis Tsipras regiert in einem gut durchreformierten Land - so sieht es zumindest das IW.(Foto: imago/SKATA)

Märkte "umfassend umgekrempelt": IW erteilt Krisenländern gute Noten

Tun die südeuropäischen Länder wirklich genug, um aus der Krise zu kommen? Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sagt "Ja". Das Institut freut sich über das, was Kritiker zur Weißglut bringt.

Griechenland und andere Euro-Krisenländer haben im großen Stil Sozialleistungen gekürzt und Arbeitnehmerrechte beschnitten, um sich aus der Krise herauszusparen. Während der Protest in den Ländern sich lautstark artikuliert, in Griechenland sogar Syriza ins Amt brachte, bekommen die Staaten nun ein Lob aus Deutschland.

Die Reformen zeigen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Wirkung. Die Regierungen hätten ihre Arbeits- und Produktmärkte "umfassender umgekrempelt" als bislang angenommen, teilte das arbeitgebernahe IW mit. Die Arbeitsmärkte dort seien inzwischen flexibler als in Deutschland.

Eine neue Untersuchung des IW zeigt, dass Portugal und Spanien etwa ihre Zahlungen für Arbeitslose reduziert haben und Griechenland unter anderem "festgeschriebene Abfindungszahlungen" der Unternehmen "gekappt" habe. Letzteres betrifft zum Beispiel Taxifahrer. Neue Unternehmer mussten im griechischen Taximarkt zuvor sehr hohe Beträge zahlen, um eine Lizenz zu erhalten.

Flexibler als Deutschland

Alle vier Länder hätten zudem ihre Lohnverhandlungen "deutlich flexibler und betriebsnäher" gestaltet sowie den Kündigungsschutz gelockert. In der Rangliste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Beschäftigungsregulierung lägen die Länder nun vor Deutschland.

Der beste Beleg für die Wirksamkeit der Reformen ist der Untersuchung zufolge das Wirtschaftswachstum: In allen drei Ländern habe die Wirtschaft 2014 wieder zugelegt. "Die Strukturreformen in Griechenland und den anderen Euro-Krisenländern tun zwar weh - aber sie wirken", erklärte das IW. Kritiker der Sparpolitik wie die griechische Syriza oder die spanische Podemos sehen das anders - sie erklärten die Maßnahmen für gescheitert.

Quelle: n-tv.de

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