Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Minimaler Produktionszuwachs: Industrie zieht magere Bilanz

Die erhoffte Erholung bei der deutschen Industrieproduktion fällt deutlich magerer aus als erwartet. Ihren schwachen Auftakt ins Schlussquartal 2012 macht die Industrie bei Weitem nicht wett. Am deutlichsten trifft es den Energiebereich.

Die deutsche Industrie hat im November nur einen enttäuschend geringen Produktionszuwachs geschafft. Immerhin wurde damit aber der Abwärtstrend der letzten Monate gestoppt. Die Produktion im produzierenden Gewerbe legte gegenüber Oktober bereinigt nur um 0,2 Prozent zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte

Volkswirte hatten dagegen ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Während es im Bauhauptgewerbe mit plus 1,0 Prozent deutlich besser lief und auch die Industrie mit plus 0,4 Prozent mehr herstellte, ging es im Energiebereich mit minus 3,3 Prozent kräftig nach unten, was am milden Wetter gelegen haben dürfte.

Allerdings verlief die Produktionsentwicklung im Oktober etwas besser als von den Statistikern vorläufig berechnet: Statt eines Rückgangs um 2,6 Prozent schrumpfte die Fertigung nur um 2,0 Prozent. Am Vortag hatten die BMWi-Experten einen Rückgang der Industrieaufträge um 1,8 Prozent gemeldet, die Ordertätigkeit schlägt allerdings erst mit einiger zeitlicher Verzögerung auf die Produktion durch.

Die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsgütern steigerten ihre Produktion im November um 0,2 Prozent und 1,4 Prozent, die Erzeugung von Konsumgütern wurde hingegen um 2,2 Prozent gedrosselt.

"Nach dem schwachen Start ins Jahresschlussquartal 2012 hat sich die Produktion des produzierenden Gewerbes zunächst stabilisiert", urteilten die BMWi-Experten. "Sie wird aber im vierten Quartal voraussichtlich hinter dem Niveau des dritten Quartals zurückbleiben."

Gute Aussichten für das neue Jahr

Für die folgenden Monate gab sich das Bundeswirtschaftsministerium zuversichtlich: "Die Entwicklung der Auftragseingänge und die leichte Aufhellung von Stimmungsindikatoren sprechen für etwas günstigere Produktionsperspektiven im neuen Jahr."

Commerzbank-Volkswirtin Ulrike Rondorf äußerte ebenfalls die Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft Anfang 2013 wieder auf den Wachstumskurs zurückkehrt. Für das vierte Quartal zeichne sich jedoch unter Berücksichtigung weiterer Branchen wie Groß- und Einzelhandel ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ab.

"Unter dem Strich dürfte die Produktion in Deutschland allmählich einen Boden ausbilden", resümierte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Die Entwicklung der deutschen Industriedaten lasse erwarten, dass im Verlauf des Jahres 2013 eine konjunkturelle Belebung einsetzen werde.

Zu diesem Schluss kamen auch die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in ihrer Prognose für 2013. Trotz der Eurokrise werde die deutsche Wirtschaft wieder schnell an Fahrt aufnehmen, was vor allem der anziehenden Weltkonjunktur zu verdanken sei. Der Konjunkturzyklus in Deutschland hängt stark vom Export ab.

Bereits in diesem Jahr werde das BIP mit zunehmendem Tempo um 0,9 Prozent wachsen, im kommenden Jahr sei sogar eine Rate von mehr als 2 Prozent möglich. "Die wirtschaftliche Entwicklung ist in Deutschland noch immer erheblich kräftiger als im Rest der Währungsunion, obwohl die derzeit schwache Nachfrage aus Nachbarländern wie Frankreich und den Niederlanden die deutsche Wirtschaft belastet", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

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Quelle: n-tv.de

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