Wirtschaft
Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak fielen in der Eurozone um 0,3 Prozent.
Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak fielen in der Eurozone um 0,3 Prozent.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland über dem Schnitt: Inflation in Europa so niedrig wie 2009

Die Preise in Europa steigen derzeit so zaghaft, wie seit fünf Jahren nicht mehr - kurz nach dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise. Energie ist im Juli günstiger, ebenso Lebensmittel, Alkohol und Tabak. In einem Euro-Land ist der Preisverfall besonders stark.

Die Preise in der Euro-Zone steigen kaum noch. Im Juli legten sie zum Vorjahresmonat nur noch um 0,4 Prozent zu, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009. Im Juni lag die Inflationsrate noch bei 0,5 Prozent. Zum Vormonat fielen die Preise im Juli um 0,7 Prozent und damit etwas stärker als erwartet.

Die Jahresteuerung wurde insbesondere durch fallende Energiekosten gedämpft. Sie gaben um ein Prozent nach. Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak fielen um 0,3 Prozent. Für Restaurantbesuche und Mieten mussten die Bürger jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

In mehreren Länder herrscht bereits Deflation

Die entsprechenden Kosten stiegen um 1,5 beziehungsweise 1,3 Prozent. Die Inflationsrate ist insgesamt weit niedriger als der EZB lieb sein kann. Diese hatte den Leitzins auf ihrer jüngsten Sitzung auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent belassen.

Die Währungshüter streben eine Preissteigerungsrate von knapp zwei Prozent an. Sie rechnen jedoch vorerst nicht damit, dass dieses Ziel erreicht wird. Die Gefahr einer Deflation - also eines Preisverfalls auf breiter Front - sieht die EZB derzeit nicht, auch wenn in einzelnen Ländern die Inflationsrate unter der Null-Linie liegt: so in Griechenland (minus 0,8 Prozent), Portugal (minus 0,7 Prozent), Spanien (minus 0,4 Prozent) und Slowakei (minus 0,2 Prozent).

In Deutschland fiel die Teuerung mit 0,8 Prozent doppelt so hoch aus wie in der Euro-Zone. Falls sie im Währungsraum noch stärker als erwartet abflauen sollte, will die EZB notfalls mit einem Wertpapierankaufprogramm in großem Stil gegensteuern. Eine solche massive Geldspritze für die Wirtschaft gilt als letztes Mittel, um eine Deflation zu verhindern.

Quelle: n-tv.de

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