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Intel hat seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf fünf Prozent angehoben.
Intel hat seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf fünf Prozent angehoben.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Chips für Alltagsgeräte: Intel profitiert von Erholung am PC-Markt

Beim Chiphersteller Intel herrscht wieder Zuversicht: Der Gewinn des Marktführers stieg im zweiten Quartal stärker als erwartet. Ein Grund: Viele Firmen setzen wieder auf Desktop-Rechner. Analysten haben jedoch Zweifel an der Nachhaltigkeit dieses Trends.

Eine gestiegene PC-Nachfrage sowie der Ausbau von Rechenzentren sorgen für ein Comeback des Prozessorenherstellers Intel. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf Jahressicht um acht Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich sogar um 40 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar, wie Intel mitteilte. Je Aktie verdiente der Konzern aus dem kalifornischen Santa Clara somit 55 Cent. Analysten hatten mit einem Gewinn von 52 Cent gerechnet.

Auch weiterhin stünden die Zeichen auf Wachstum, teilte der Konzern mit: Für das Gesamtjahr werde mit einem Umsatzplus von fünf Prozent gerechnet. Damit hob das Unternehmen seine vorherige Schätzung leicht an. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um vier Prozent - seit Jahresanfang ist sie mit mehr als 20 Prozent im Plus.

Vom Smartphone-Boom kalt erwischt

Intel ist Marktführer bei Chips, die als Rechenmaschinen in Personal-Computern und Serversystemen zum Einsatz kommen. Doch vom Boom der Smartphones und Tablets war das Unternehmen kalt erwischt worden. Der Konzern hatte zunächst keine passenden stromsparenden Chips für die mobilen Geräte im Angebot. Gleichzeitig schrumpften die PC-Verkäufe, die zum allergrößten Teil mit Intel-Prozessoren laufen.

Angesichts des düsteren Umfelds hatte der Konzern zu Jahresanfang sogar angekündigt, fünf Prozent der Stellen oder rund 5.400 Jobs zu streichen. Doch im vergangenen Monat machte Intel Andeutungen, dass sich die Dynamik verändert.

Intel habe seine Produktpalette nun ausgebaut, erklärte Firmenchef Brian Krzanich. Das Unternehmen arbeitet unter anderem daran, seine Chips in Alltagsgeräte zu integrieren, um sie mit dem Internet zu verbinden.

Firmen schaffen wieder neue PCs an

Gleichzeitig sagen Marktforscher eine Erholung des PC-Marktes voraus: Vor allem Unternehmen schaffen neue Computer an. Grund für diese Entwicklung dürfte vor allem sein, dass Microsoft den technischen Support für sein altes Betriebssystem Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen nutzten den Umstieg auf neue Software zugleich zur Anschaffung neuer Desktop-Rechner. Zudem erkennen immer mehr Unternehmen, dass mobile Geräte für etliche Aufgaben ihrer Mitarbeiter doch nicht so gut geeignet sind wie gedacht.

Im Einklang mit diesem Trend stehen auch die jüngsten Studien der Marktforschungs-Unternehmen: Laut International Data Corporation (IDC) und Gartner waren die PC-Verkaufszahlen im zweiten Quartal recht stabil. Sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden kauften mehr Rechner als erwartet.

IDC errechnete zwar einen Rückgang von 1,7 Prozent, zuvor waren die Marktforscher aber von einem Schrumpfen des Marktes um mehr als sieben Prozent ausgegangen. Die Wettbewerber von Gartner ermittelten sogar einen kleinen Anstieg des PC-Absatzes um 0,1 Prozent.

Analysten zweifeln Nachhaltigkeit des Trends an

Intel erwartet für das dritte Quartal nun einen Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar mit einer möglichen Abweichung von bis zu 500 Millionen Dollar in beide Richtungen. Analysten hatten zuletzt einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar prognostiziert.

Der Chiphersteller teilte weiter mit, dass das laufende Programm zum Aktienrückkauf um 20 Milliarden Dollar ausgedehnt werden soll. Allein in diesem Quartal sollten Anteilsscheine im Wert von etwa vier Milliarden Dollar vom Markt genommen werden. Das wird von Analysten als weiteres Indiz dafür gewertet, dass Intel die Aussichten auf dem PC-Markt wieder zuversichtlicher einschätzt.

Analysten setzen allerdings auch ein Fragezeichen hinter die Nachhaltigkeit der gestiegenen Nachfrage. Sie verweisen darauf, dass die Zuwächse hauptsächlich bei Geschäftskunden und vor allem in den USA und anderen entwickelten Märkten verzeichnet wurden.

Quelle: n-tv.de

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