Wirtschaft
VW solle nicht hoffen, dass die Kunden irgendwann entnervt aufgeben, sagt My-right-Gründer Andresen.
VW solle nicht hoffen, dass die Kunden irgendwann entnervt aufgeben, sagt My-right-Gründer Andresen.(Foto: picture alliance / dpa)

Myright.de geht gegen VW vor: Internet-Anwalt kündigt 100.000 Klagen an

Anders als in den USA bietet das deutsche Recht Verbrauchern nicht die Möglichkeit einer Sammelklage. Im Abgas-Skandal will ein junges Unternehmen aus Hamburg dennoch Tausenden von VW-Kunden zu ihrem Recht verhelfen.

Der Hamburger Rechtsdienstleister Myright.de kündigt vor der VW-Hauptversammlung "Sammelklagen" von 100.000 geprellten Dieselskandal-Kunden an. "VW erwartet, dass die Sache im Sande verläuft, weil die Kunden in Ermangelung vernünftiger Alternativen irgendwann entnervt aufgeben", sagte Myright.de-Gründer Jan-Eike Andresen dem "Tagesspiegel". Das funktioniere in Zeiten des Internets mit transparenten Informationen und innovativen Rechtsdienstleistern aber nicht mehr.

Anders als in den USA bietet das deutsche Recht nicht das Instrument der Sammelklage für Verbraucher. Wer sich bei bei dem Rechtsdienstleister auf der Seite myright.de registriert, tritt seine Ansprüche ab, der Anbieter strebt dann einen Vergleich mit VW an - oder zieht notfalls vor Gericht. VW will die von Manipulationen betroffenen Kunden in den USA zusätzlich finanziell entschädigen, lehnt dies in Deutschland und Europa aber ab.

Hinter den 100.000 bei Myright.de Registrierten steht eine erhebliche finanzielle Schadensersatzforderung - und ein mögliches Risiko fur VW. Müsste der Konzern jedem geprellten deutschen Kunden, wie wahrscheinlich in den USA, 5.000 Dollar zahlen, wären allein in dem deutschen Fall 500 Millionen Dollar (445 Millionen Euro) fällig.

"Das ist nur der Einstieg", sagte Christopher Rother, der das Berliner Büro der US-Kanzlei Hausfeld leitet, die mit My-right.de kooperiert. "Wir sind sicher, dass weitere VW-Kunden dazustoßen werden." In den kommenden Wochen werde Myright.de Volkswagen Abtretungsanzeigen und Zahlungsaufforderungen in Millionenhöhe vorlegen. "Wir können nur dann Druck aufbauen, wenn VW erkennt, dass sich deutsche und europäische Autokäufer nicht als Kunden zweiter Klasse abspeisen lassen", sagte Rother. Dies sei auch ein Signal an den Gesetzgeber.

Quelle: n-tv.de

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