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Keine Neubewertung der Risiken in Japan: Nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 15. März versagt in Fukushima die Kerntechnik.
Keine Neubewertung der Risiken in Japan: Nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 15. März versagt in Fukushima die Kerntechnik.(Foto: picture alliance / dpa)

Atom-Export in den Nahen Osten?: Japan sucht AKW-Käufer

Das Reaktorunglück von Fukushima führt Japan - ganz anders als in Deutschland - nicht zu einer Neubewertung der Risiken. Acht Monate nach dem Erdbeben und dem katastrophalen Versagen der Sicherheitstechnik nimmt die Regierung in Tokio alte Pläne wieder auf. Japan will seine Atomtechnik im Ausland zu Geld machen.

Ungeachtet der Nuklearkatastrophe in Fukushima will Japan seine Kerntechnologie exportieren. Sein Land werde aber nur unter der Bedingung einer friedlichen Nutzung solche Technologie an andere Länder liefern, schränkte Ministerpräsident Yoshihiko Noda laut japanischen Medienberichten vor einem Parlamentsausschuss ein.

Der Unglücksanlage acht Monate später: Noch immer nicht unter Kontrolle. Die gesamte Region ist auf Dauer unbewohnbar.
Der Unglücksanlage acht Monate später: Noch immer nicht unter Kontrolle. Die gesamte Region ist auf Dauer unbewohnbar.(Foto: REUTERS)

Trotz großer Viele Japaner fürchten Atomkraft über die Sicherheit der Kernenergie wird das japanische Parlament erwartungsgemäß noch in diesem Monat bilaterale Vereinbarungen mit Jordanien, Russland, Südkorea und Vietnam über eine Kooperation bei der AKW-Abriss kostet 18 Milliarden absegnen. Damit wird die rechtliche Grundlage für japanische Unternehmen geschaffen, Atomtechnologie zu exportieren.

Während Russland und Südkorea bereits über zum Teil sehr umfangreiche Erfahrungen mit kerntechnischen Anlagen verfügen, müssen in Vietnam und Jordanien erst Grundlagen geschaffen werden. Die Frage nach einer dauerhaft sicheren Gorleben so teuer wie vier Lager der anfallenden Brennstoffabfälle ist in allen beteiligten Staaten nicht restlos geklärt. Im Fall von Jordanien kommt die besondere Lage im Zentrum einer an politischen Spannungen reichen Region hinzu.

Japan hatte noch vor Beginn der Atomkatastrophe im Kernkraftwerk am Standort Fukushima Daiichi entsprechende Vereinbarungen mit den vier Ländern getroffen. Das AKW war in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März stark beschädigt worden. Es kam zu schweren Wasserstoffexplosionen und zu mehreren Kernschmelzen. Die Reaktoren sind noch immer nicht unter Kontrolle. Die umliegende Region gilt als dauerhaft unbewohnbar.

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Quelle: n-tv.de

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