Wirtschaft
Das US-Finanzministerium darf jederzeit Sammlermünzen prägen.
Das US-Finanzministerium darf jederzeit Sammlermünzen prägen.(Foto: Reuters)

Sinnvoller als eine Pleite: Jetzt hilft nur noch die 1-Billion-Dollar-Münze

Ein Kommentar von Jan Gänger

Die USA sind auf dem besten Wege, zahlungsunfähig zu werden. Da von Vernunft in Washington derzeit wenig zu sehen ist, wird eine abwegige Idee immer charmanter. Mit einem absurden Münztrick könnte die Regierung das Schuldenproblem lösen.

Es ist kaum zu glauben: Die USA steuern auf die Pleite zu. Und zwar völlig unnötig, weil Investoren dem Land ihr Geld regelrecht nachwerfen. Doch rechte Hardliner sind wild entschlossen, entweder ihre ideologische Agenda umzusetzen – oder die größte Volkswirtschaft der Welt in die Zahlungsunfähigkeit zu zwingen. Bedauerlicherweise deutet derzeit vieles auf das letztere Ergebnis hin.

Das ist so bizarr, dass Präsident Barack Obama ernsthaft erwägen sollte, mit einer ebenso bizarren Idee für Ruhe an der Schuldenfront zu sorgen – indem er schlicht und ergreifend eine Münze aus Platin im Nennwert von einer Billion Dollar prägen lässt.

In der Tat, das klingt durchgeknallt. Und das Weiße Haus hält nichts von der Idee. Was allerdings nichts daran ändert, dass dieser Vorschlag Anfang des Jahres diskutiert wurde, als die USA bereits schon einmal vor dem selbst gewählten Bankrott standen. Weil der Münztrick eher einer Bananenrepublik würdig ist und nicht einer Supermacht, wurde nichts daraus.

Wer sich das jetzige Theater in Washington anschaut, ist versucht zu sagen: leider. Denn nun steht das Land vor dem gleichen Problem – und ist der Pleite bereits gefährlich nahe gekommen. Dabei ist schon allein die Idee der Schuldengrenze unsinnig. Denn der US-Kongress bewilligt die Ausgaben der Regierung im Vorfeld. Und nun verbietet er der Regierung, die Ausgaben zu tätigen, denen er bereits zugestimmt hat. Das ist absurd.

Womit wir bei der Münze wären. Regierung und Notenbank ist es verboten, unbegrenzt Papiergeld zu drucken. Aber das Finanzministerium darf jederzeit Gedenkmünzen prägen. Dabei sind der Größe, der Gestaltung und dem Wert keine Grenzen gesetzt. Also könnte Finanzminister Jacob Lew seiner Kreativität freien Lauf lassen und tatsächlich 1-Billion-Dollar-Münze prägen. Die bringt er dann zur Federal Reserve, die die Summe der Regierung gutschreibt.

Zugegeben, die Vorstellung erscheint grotesk. Aber ist es wirklich vernünftiger, die USA gegen die Wand zu fahren? Na also. Vor dem Hintergrund dessen, was derzeit in Washington passiert, wäre die Billionen-Dollar-Münze nur konsequent.

Quelle: n-tv.de

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