Wirtschaft
(Foto: Reuters)

Dicke Enttäuschung in den USA: Jobwachstum erlahmt

Die Sorge vor einer Abkühlung der Arbeitsmarkterholung in den USA wird Gewissheit: Die Zahl neuer Stellen steigt im März nicht einmal halb so stark wie erhofft. Dabei hinterlassen vor allem die automatischen Kürzungen öffentlicher Ausgaben ihre Wirkung. Für die Konjunkturentwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft ist das eine Hiobsbotschaft.

Die Erholung am US-Arbeitsmarkt hat im März einen herben Rückschlag erlitten. Wie das Arbeitsministerium berichtete, entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 88.000 neue Jobs. Volkswirte hatten hingegen mit zusätzlichen 200.000 Jobs gerechnet. Damit haben die am 1. März automatisch in Kraft getretenen Ausgabenkürzungen viel stärker durchgeschlagen, als die Analysten prognostiziert hatten.

Während der März schwach abschloss, lief der Februar besser als ursprünglich gemeldet. Statt 236.000 waren tatsächlich 268.000 Arbeitsplätze hinzugekommen.

Gänzlich unvorbereitet kommen die Zahlen indes nicht: Der als wichtiger Vorindikator beachtete Arbeitsmarktbericht des Jobmarktdienstleisters ADP für März hatte bereits signalisiert, dass der Stellenzuwachs aus der Privatwirtschaft unter den Erwartungen ausfallen wird. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren enttäuschend ausgefallen.

"Bei Neueinstellungen sieht es nach wie vor schwach aus", sagte ein Analyst der Finanzagentur Bloomberg. Zwar sei für die zweite Jahreshälfte eine weitere Erholung der Wirtschaft zu erwarten, fraglich sei aber, ob es zu einem Durchbruch bei den Jobs kommt. Experten meinen, ein entscheidender Unsicherheitsfaktor sei der Haushaltsstreit um automatische Kürzungen. Die Zentralbank stellt sich ohnehin auf einen längeren Kampf an der Jobfront ein.

Bessere Quote

Die bei einer separaten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel trotz der enttäuschenden Zahlen auf 7,6 Prozent. Volkswirte hatten vorausgesagt, dass die Quote bei 7,7 Prozent verbleiben würde. Grund dafür ist, dass sich mehr Menschen aus der aktiven Erwerbsbevölkerung verabschiedet haben und dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die durchschnittlichen US-Stundenlöhne stiegen im März um einen Cent auf 23,82 Dollar, während die Analysten ein stärkeres Plus auf 23,87 Dollar vorausgesagt hatten.

Der Privatsektor der US-Wirtschaft, der rund 70 Prozent der gesamten Arbeitskräfte beschäftigt, stellte 95.000 Amerikaner mehr ein, während bei der öffentlichen Hand 14.000 Stellen gestrichen wurden. Im verarbeitenden Gewerbe gingen 3.000 Arbeitsplätze verloren, während im Baugewerbe 18.000 Stellen hinzukamen. In der Dienstleistungsindustrie, die üblicherweise als Wachstumsmotor für den Arbeitsmarkt fungiert, kamen per saldo 51.000 Arbeitsplätze hinzu. Im Einzelhandel fielen hingegen 24.000 Jobs weg.

Am stärkste sind Teenager vom Jobmangel betroffen: Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind 24,2 Prozent der Jugendlichen ohne Job. 13,3 Prozent der Schwarzen sei arbeitslos, bei den Latinos liege die Rate bei 9,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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