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Lokomotive Deutschland bremst: Kein Wirtschaftswachstum in der Eurozone

Von Aufschwung kann in der Eurozone keine Rede sein. Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigen das. Zu Problemfällen werden dabei die Schwergewichte.

Die gesunkene Wirtschaftsleistung in Deutschland und Italien hat im zweiten Quartal der Eurozone insgesamt zu einer Stagnation beschert. Wie die europäische Statistikbehörde in einer zweiten Meldung berichtete, verharrte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf dem Niveau des Vorquartals. Binnen Jahresfrist lag das BIP um 0,7 Prozent höher. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre Schnellschätzung vom 14. August.

Etwas besser sah die Lage in der gesamten Europäischen Union aus. Hier kletterte das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,2 nach 0,3 Prozent in den ersten drei Monaten und um 1,2 nach 1,4 Prozent im Jahresvergleich.

Schwergewichte patzen

Wegen der beharrlichen Wachstumsschwäche im Euroraum hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik in dieser Woche abermals gelockert. Der schon extrem niedrige Leitzins wurde gesenkt und ein Programm zum Kauf von Kreditpaketen aufgelegt, um das Wachstum anzuschieben. Auch über den breit angelegten Kauf von Staatsanleihen denken die EZB-Ratsmitglieder nach.

Für die beiden Schwergewichte Deutschland und Italien wurde ein BIP-Rückgang im zweiten Quartal um jeweils 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal bestätigt. Zudem stagnierte die Wirtschaftsleistung in Frankreich, dem dritten Schwergewicht, auch nach den Daten der zweiten Statistikermeldung. Im Kontrast dazu läuft die Wirtschaft in Spanien viel besser, das BIP wuchs um 0,6 Prozent.

Privater Konsum stützt

Im zweiten Quartal stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum um 0,3 Prozent, während die Bruttoanlageinvestitionen um 0,3 Prozent zurückgingen. Die Ausfuhren stiegen um 0,5 Prozent, die Einfuhren um 0,3 Prozent.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte lieferten einen Wachstumsbeitrag von 0,2 Prozentpunkten, während die Bruttoanlageinvestitionen das Wachstum um 0,1 Punkte bremsten. Der Außenhandel steigerte das Wachstum um 0,1 Punkte, der Beitrag der Vorratsänderung schmälerte es um 0,2 Punkte.

Quelle: n-tv.de

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