Wirtschaft
IWF-Chefin Lagarde: "Es ist besser, (...) sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen."
IWF-Chefin Lagarde: "Es ist besser, (...) sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen."(Foto: picture alliance / dpa)

Von Lagarde bis Shiller: Kritik am "Krisensparen"

Der US-Großinvestor Soros bekommt namhafte Fürsprecher in seiner Kritik an der vor allem von Deutschland vorangetriebenen Spar-Strategie im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise. IWF-Chefin Lagarde schlägt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in die gleiche Kerbe. Für den US-Wirtschaftsprofessoren Shiller hat diese Sparpolitik auch Auswirkungen auf die USA.

Die Kritik am Starren Festhalten an den EU-Sparzielen reißt nicht ab. "Es ist besser, (...) sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen als einen Gewaltmarsch hinzulegen", sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die europäischen Staaten sollten gemeinsam eine solche Entscheidung treffen. "Es darf nicht sein, dass Frankreich allein, Spanien allein, Griechenland allein sagen: 'Das ist zu hart für mich, ich werde es langsamer machen'", forderte Lagarde.

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Der US-Wirtschaftsprofessor Robert Shiller sieht vor allem die Rolle Deutschlands dabei kritisch: "Mich beunruhigt d ie Sparpolitik. Es hat Deutschland nicht wehgetan, aber einer Menge anderer Länder in Europa", sagte er im Interview mit n-tv, und verwies auf mögliche Dominoeffekte. "Mich beunruhigt die Rezession, die zunehmen könnte, sich ausbreitet und zu sozialen Spannungen führt. Es könnte auch auf die USA übergreifen. Denselben Geist der Sparpolitik gibt es auch in unserer Regierung."

Shiller hob hervor, dass nach einer Finanzkrise "oft ein ganzes Jahrzehnt vergeht, bevor sich die Wirtschaft wirklich wieder erholt." Der Grund dafür sei der, "dass es sehr schwer ist, ein zerstörtes Finanzsystem zu reparieren. Aber es ist auch schwer, weil Leute ihr Vertrauen verlieren. Es geht um ihre Jobs, sie könnten ihre Jobs verlieren. Sparpolitik hilft nicht. Aber das scheint die politische Reaktion zu sein."

Soros warnt vor "Währungskrieg"

Auch der US-Großinvestor George Soros äußerte Kritik an der Krisenstrategie der Bundesregierung am Rande des Weltwirtschaftsforums. Er warf Deutschland einen einseitig ausgerichteten Sparkurs vor, der zu einem internationalen "Währungskrieg" führen könnte. "Die Deutschen glauben an Einsparungen und der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen", erklärte Soros dem US-Sender CNBC. Dieser Widerstreit könnte seiner Auffassung nach eine gefährliche Auseinandersetzung lostreten.

Quelle: n-tv.de

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