Wirtschaft
Die Märkte mit Geld überschwemmen: Soros verweist auf das Vorbild der Fed.
Die Märkte mit Geld überschwemmen: Soros verweist auf das Vorbild der Fed.(Foto: AP)

Deutschland gegen den Rest der Welt?: Soros fürchtet "Währungskrieg"

Sparen oder den Markt mit Geld fluten? US-Investmentlegende Soros befürchtet, dass der Glaubenskonflikt zwischen diesen beiden Positionen zu einem Währungskrieg führt. Vor allem mit Deutschland geht Soros in Davos hart ins Gericht. Ginge es nach ihm, würde die Europäische Zentralbank Geld drucken wie die Fed.

Der prominente US-Großinvestor George Soros hat seine Kritik an der Krisenstrategie der Bundesregierung am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos erneuert.

Soros warf Deutschland einen einseitig ausgerichteten Sparkurs vor, der zu einem internationalen "Währungskrieg" führen könnte. "Die Deutschen glauben an Einsparungen und der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen", erklärte Soros dem US-Sender CNBC. Dieser Widerstreit könnte seiner Auffassung nach eine gefährliche Auseinandersetzung lostreten.

Pumpen wie die Fed

"Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg", sagte Soros. Die geldpolitischen Lockerungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) lobte er dagegen ausdrücklich als die richtige Politik - ungeachtet aller Inflationsgefahren, die nicht wenige Stimmen am Markt mit diesem Ansatz in Verbindung bringen.

Die Debatte über die Gefahr eines globalen Abwertungswettlaufs zwischen wichtigen Währungen wurde zuletzt dadurch befeuert, dass die neue japanische Regierung eine höchst expansive Finanz- wie auch Geldpolitik verfolgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in Davos ihre Sorge darüber ausgedrückt.

EZB "kein Ausputzer"

Was die in Europa ebenfalls expansive Vergabe von Liquidität durch die Europäische Zentralbank (EZB) betreffe, so gehe sie davon aus, dass diese "wieder eingesammelt wird". Der EZB bescheinigte Merkel, eine "sehr positive Kraft" dabei zu sein, dass es nicht zu Währungsmanipulationen kommt.

Auch bei der Krisenbewältigung habe die EZB ihren Beitrag geleistet und sei dabei bis "an den Rand ihres Mandats" gegangen. Sie - die Kanzlerin - sei im Grundsatz aber der Meinung, "dass Notenbanken kein Ausputzer von politischen Fehlentscheidungen sind" und auch nicht Mängel bei der Wettbewerbsfähigkeit von Ländern beheben können.

"Das kann nicht das Ziel sein"

Kritik an den deutschen Exportüberschüssen wies Merkel in Davos zurück: "Im Augenblick ist unser deutsches Wachstum fast ausschließlich binnengetrieben. Wir haben alles getan, um den Binnenkonsum zu erhöhen", sagte Merkel.

Teilweise entstünden die Ungleichgewichte bei den Leistungsbilanzen durch die Unterschiede bei den Lohnstückkosten, erklärte die Kanzlerin. Wenn man dort den Durchschnitt der europäischen Länder anstrebe, verlören die EU und Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit, warnte sie. "Das kann nicht das Ziel unserer Bemühungen sein."

Angesichts der offensichtlichen Exportstärke waren in den vergangenen Jahren innerhalb der Eurozone immer wieder kritische Stimmen zu den Ungleichgewichten in der deutschen Handelsbilanz laut geworden. Zuletzt warnten auch die Experten des Ifo-Instituts, dass die EU-Kommission wegen des hohen deutschen Exportüberschusses 2012 ein Verfahren gegen Deutschland einleiten könnte. Überschüsse in den Leistungsbilanzen seien zum Teil Ausdruck einer guten Wettbewerbsfähigkeit, hielt Merkel dagegen. "Und die dürfen wir auf gar keinen Fall aufs Spiel setzen", mahnte sie.

Quelle: n-tv.de

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