Wirtschaft
Konzernchef Zachert will weiter sparen und baut noch mehr Stellen ab - diesmal in der Produktion.
Konzernchef Zachert will weiter sparen und baut noch mehr Stellen ab - diesmal in der Produktion.(Foto: picture alliance / dpa)

Krise bei Kautschuk-Sparte: Lanxess streicht Jobs und bleibt vorsichtig

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat trotz hoher Belastungen für sein Sparprogramm Geld verdient. Trotzdem will der Konzern weiter sparen – und baut 140 Stellen in der Kautschukproduktion ab. Anleger reagieren insgesamt erleichtert.

Die ersten Anstrengungen rund um den Sparkurs zahlen sich für den Chemiekonzern Lanxess aus: Unter dem Strich stand 2014 - trotz eines Verlusts von 68 Millionen im 4.Quartal - ein Jahresüberschuss von 47 Millionen Euro. Ein Jahr Zuvor sorgten hohe Wertberichtigung und das kriselnde Kautschukgeschäft noch für ein Minus von 159 Millionen Euro. Der Umsatz sank 2014 leicht - um 3,5 Prozent auf gut 8 Milliarden Euro. Die Dividende soll mit 0,50 Euro je Aktie stabil bleiben. Dennoch ist die Talsohle nicht durchschritten. Der neue Lanxess-Chef Matthias Zachert spart weiter und will nun auch Stellen in Produktionsstätten streichen.

Am Standort Marl soll die Kautschukproduktion mit 120 Mitarbeitern bis Jahresende beendet werden, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt rechnet Lanxess für die Neuaufstellung seiner Produktionsnetzwerke für EPDM- und Nd-PBR-Kautschuke mit einem Abbau von 140 Stellen und Sonderaufwendungen von rund 55 Millionen Euro.

Weiterer Preisdruck beim Kautschuk

Für das erste Quartal stellte der Dax-Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis von 210 Millionen bis 230 Millionen Euro in Aussicht. An der Börse kommt der Ausblick gut an. "Unter dem Strich ist das nicht so schlimm, wie der Markt befürchtet hatte", sagte ein Händler. Lanxess hofft für 2015 auf etwas Auftrieb. Im für den Konzern besonders wichtigen Kautschukgeschäft dürfte sich die Nachfrage leicht verbessern. Für die kriselnde Sparte sucht Zachert aber Partner. Über die Ergebnisse der Gespräche werde Lanxess in der zweiten Jahreshälfte berichten.

In seinem Kerngeschäft mit Kautschuk wird das Unternehmen aber weiter von Überkapazitäten und Preisdruck belastet. Experten gehen davon aus, dass der Preisverfall noch ein bis zwei Jahre anhalten werde, auch weil immer noch neue Kapazitäten auf den Markt drängten. Die Neuausrichtung des Konzerns wird weitergeführt. Unter anderem sollen Vertrieb, Lieferketten und Produktionsprozessen sowie Anlagen optimiert werden. Erste Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr erwartet.

Großes Sparprogramm läuft seit 2014

Im August hatte Lanxess ein dreistufiges Programm zur Neuausrichtung vorgestellt. Die erste Stufe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Geschäfts- und Verwaltungsstruktur hat der Konzern nach eigenen Angaben weitgehend abgeschlossen. Damit einher geht der weltweite Abbau von 1000 Arbeitsplätzen. In Deutschland wurden 500 Stellen gestrichen - diese betrafen vor allem den Verwaltungsbereich.

Außerhalb Deutschlands werden weitere 500 Stellen abgebaut. Dort wurde bereits für rund 70 Prozent der betroffenen Mitarbeiter eine Lösung gefunden. Ab Ende 2015 spart Lanxess durch die Maßnahmen der ersten Stufe rund 120 Millionen Euro, ab Ende 2016 jährlich 150 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de

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