Wirtschaft
Loewe steckt tief in den roten Zahlen.
Loewe steckt tief in den roten Zahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Hohes Minus, hoher Jobabbau: Loewe sieht rot

Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht - und das noch deutlicher als erwartet. Das Unternehmen reagiert, rund ein Fünftel der Jobs werden gestrichen. Die Anleger reagieren ähnlich, auch wenn es 2013 wieder aufwärts gehen soll.

Der deutsche Fernseherhersteller Loewe will nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr zügig die Mitarbeiterzahl reduzieren. Der geplante Abbau von 190 seiner insgesamt 1000 Stellen soll bereits Ende März abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen mit. Loewe will für die Betroffenen eine Transfergesellschaft einrichten und verhandelt darüber mit IG Metall und Betriebsrat. Die Anleger strafen die Titel ab. Die Papiere verloren mehr als 7 Prozent.

Im vergangenen Jahr rutschte Deutschlands größter Fernseherbauer nach eigenen Angaben weiter in die roten Zahlen. Der operative Verlust (Ebit) habe sich binnen Jahresfrist auch wegen der Kosten für die aktuellen Einschnitte auf 29 Mio. Euro nahezu verdreifacht, teilte Loewe mit. Noch im Dezember hatte der schwächelnde Elektronikhersteller ein Ebit-Minus von etwa 20 Mio. Euro angekündigt. Der Umsatz sei dabei um neun Prozent auf 250 Mio. Euro geschrumpft.

Sharp-Kooperation kommt voran

Der neue Finanzvorstand Rolf Rickmeyer will sich die Sanierung zunächst insgesamt 18 Mio. Euro kosten lassen. Durch Einsparungen bei Personal- und Sachkosten sollen so die Kosten der Oberfranken um 23 Mio. Euro sinken. Der Sanierungsspezialist will aber auch die Loewe-Fernseher billiger anbieten, die bisher mitunter ein Mehrfaches des Durchschnitts kosten. "Wir müssen das Preisniveau senken", sagte Rickmeyer. "Wir müssen uns auf den Preisdruck einstellen, auch in den Folgejahren."

Durch verstärkte Kooperationen mit Partnern wie dem japanischen Großaktionär Sharp sollen die Kosten für TV-Komponenten sinken. Rickmeyer zufolge steht zumindest ein Teil der Produktion im heimischen Kronach auf der Kippe. "Wir stehen zu diesem Standort, aber er wird einen anderen Charakter bekommen", sagte er. Loewe werde sich seine Partner so aussuchen, dass es nicht zwingend im Frankenwald produzieren müsse, wo Loewe seit Kriegsende angesiedelt ist.

Die lange darbende Kooperation mit der angeschlagenen Sharp komme voran, sagte Technikvorstand Detlef Teichner. In den nächsten Monaten werde die geplante Zusammenarbeit weiter konkretisiert, kündigte er an. Ob die Japaner Loewe helfen werden, ihre Modelle in China zu verkaufen, blieb indes weiter offen. Ein Vertrieb im Reich der Mitte werde mit den Partnern weiter bewertet, sagte er. 

Neue Produkte und Händleroffensive

Im laufenden Jahr wollen der designierte Vorstandschef Matthias Harsch und sein Finanzvorstand Rickmeyer den Abwärtstrend stoppen. Neue Produktgenerationen und eine Händleroffensive sollen den Kronachern helfen, Marktanteile zumindest auf dem deutschen Heimatmarkt zurückzuerobern. So soll 2013 der Umsatz wieder steigen und Loewe zumindest operativ wieder eine schwarze Null erreichen. Eine aufziehende Pleite scheint das Unternehmen vorerst abgewendet zu haben. Den Kassenbestand bezifferte Rickmeyer zum Ende des Jahres auf 8 Mio. Euro, die Verschuldung auf 12,5 Mio. Euro. Im Weihnachtsquartal hatte Loewe Verhandlungen mit Banken aufnehmen müssen, um seine Finanzierung zu sichern.

Der Abverkauf älterer Geräte lief indes zuletzt weiter schleppend. Der Vorratsbestand habe sich auf 48 Millionen Euro belaufen, darin seien auch bereits produzierte TV-Apparate enthalten gewesen, die Loewe zumindest teilweise bereits abgeschrieben hat.

Quelle: n-tv.de

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