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McDonald's kämpft in China derzeit mit einem Burger-Engpass.
McDonald's kämpft in China derzeit mit einem Burger-Engpass.(Foto: REUTERS)

Gammelfleischskandal in China: McDonald's gehen die Burger aus

In China muss McDonald's nach dem Skandal um Gammelfleisch das Angebot stark zusammenstreichen. Einige Burger nimmt die Kette vorübergehend aus dem Programm. Kunden sollen statt Fleisch lieber Fisch essen - doch auch der wird mittlerweile knapp.

McDonald's hat wegen des Gammelfleisch-Skandals in China mit einem Burger-Engpass zu kämpfen. In mehreren Restaurants in Nord- und Zentralchina stehe den Kunden nur eine begrenzte Menüauswahl zur Verfügung, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Filialen in Peking und Schanghai haben weder Hamburger- noch Hähnchenfleisch im Angebot.

McDonald's hat die Fleischeinkäufe vom wichtigen Lieferanten Shanghai Husi eingestellt. Das Unternehmen soll abgelaufenes Fleisch verkauft haben. Mittlerweile hat es alle Produkte vom Markt genommen und personelle Konsequenzen sowie eine Aufarbeitung des Skandals angekündigt. Der amerikanische Eigentümer des Gammelfleisch-Lieferanten entschuldigte sich in einer Pressekonferenz. "Wir wissen, dass wir unsere Kunden, die Regierung und die chinesische Öffentlichkeit enttäuscht haben", sagte Sheldon Lavin, Inhaber, Chairman und CEO der im US-Bundesstaat Illinois beheimateten OSI Group. Er wolle das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen.

Umstieg auf Fisch empfehlenswert

Sämtliche Hähnchenprodukte wurden vorübergehend aus dem Sortiment genommen.
Sämtliche Hähnchenprodukte wurden vorübergehend aus dem Sortiment genommen.(Foto: AP)

McDonald's empfiehlt seinen Kunden in China mittlerweile, als Alternative zu Cheeseburgern und Big Macs auf Produkte mit Fisch umzusteigen. Das ist aber offenbar auch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn in Schanghai droht Restaurants bereits der Fisch auszugehen, wie der Vertreter einer Filiale berichtete. "McDonald's China bemüht sich, die Ausfälle durch andere bestehende Lieferanten in China abzudecken", sagte der Unternehmenssprecher dazu.
Es ist noch nicht bekannt, wie lange McDonald's mit den Engpässen zu kämpfen haben wird, oder wie sich die Probleme auf die Erlöse in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für den Konzern auswirken werden.

Eine Sprecherin sagte, sie habe keine Informationen darüber, wie viele der mehr als 2000 Restaurants in China vom fehlenden Burgernachschub betroffen seien. Zu den Erlösen wollte sie sich nicht äußern. McDonald's berichtet seinen China-Umsatz nicht separat. Jedenfalls wurden im Zusammenhang mit dem mutmaßlich veralteten Fleisch keine Krankheiten gemeldet, wie die betroffenen Restaurants mitteilten. Mit OSI will McDonald's trotz allem weiterhin zusammenarbeiten, auch in China will die Fast-Food-Kette von anderen OSI-Werken in dem Land Fleisch beziehen.

Fastfood-Lokal ohne Hamburger

"Wir werden dem Problem nicht den Rücken kehren, sondern es lösen", teilte McDonald's mit. Mit Yum Brands, der Konzernmutter von Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut, kündigte ein weiterer Kunde unterdessen an, keine Produkte mehr von OSI in China, USA und Australien zu beziehen.

Bei McDonald's ist auch das Japan-Geschäft betroffen. Die dortige Tochter kündigte an, alle Hähnchen-Bestellungen aus China zu stoppen. Zehn Prozent der Filialen in Japan hätten Produkte von Shanghai Husi erhalten. Shanghai Husi liefert nicht nur Fleisch an McDonald's in China, sondern auch Salat, Eier und Mais.

Einige McDonald's-Kunden zeigten sich enttäuscht angesichts der nur begrenzten Menüauswahl. Zhou Tingting musste sich mit Pommes Frites und Bananenkuchen zufriedengeben, obwohl sie eigentlich einen Hamburger wollte. "Ein Hamburger-Restaurant, das keine Hamburger hat; das ist irgendwie lustig", sagte die 23 Jahre alte Studentin. Von den Problemen mit Shanghai Husi habe sie gehört, mache sich aber keine Sorgen: "McDonald's ist immer noch praktisch und ziemlich gut."

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Quelle: n-tv.de

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