Wirtschaft
BER-Chef Hartmut Mehdorn will den gefeuerten Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan womöglich zurückholen.
BER-Chef Hartmut Mehdorn will den gefeuerten Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan womöglich zurückholen.(Foto: picture alliance / dpa)

Comeback für Meinhard von Gerkan?: Mehdorn will BER-Architekt zurück

Von Hannes Vogel

Neue Posse im Flughafen-Chaos: BER-Chef Mehdorn will den Architekten des Pannenflughafens offenbar zurückholen. Dabei hat der Flughafen Meinhard von Gerkan eigentlich gefeuert und wegen Planungsfehlern verklagt. Es ist nicht die einzige Ironie in der Geschichte: Mehdorn und Gerkan lagen schon früher im Clinch - wegen eines anderen Prestigeprojekts.

Der neue Chef des Großflughafens Berlin-Brandenburg (BER), Hartmut Mehdorn, will einem Bericht zufolge offenbar den früheren BER-Architekten Meinhard von Gerkan ins Team zurückholen. Gerkan bestätigte der Zeitung "Bild am Sonntag", dass es zwischen ihm und Mehdorn zwei geheime Treffen gegeben habe. Zum Inhalt der Gespräche wollte sich der Architekt aber nicht äußern.

Die Berliner Flughafengesellschaft hatte Gerkans Architekten im Mai vergangenen Jahres entlassen und wenig später wegen angeblich massiver Fehlplanung verklagt. Daraufhin erhob Gerkan schwere Vorwürfe gegen die Flughafengesellschaft und warf ihr vor, deren Arbeit habe sich als "großangelegte Täuschung herausgestellt". Die Manager unter dem damaligen Flughafenchef Rainer Schwarz hätten unter der Regie von Berlins Regierendem Bürgermeister Wowereit mit ständigen Umbauwünschen den Bauablauf "regelrecht zerschossen".

Wowereits BER-Manager hätten wider besseres Wissen ihrem eigenen Aufsichtsrat und der Öffentlichkeit suggeriert, dass der Terminal "pünktlich und innerhalb des Wunschbudgets fertig werden könne", schrieben Gerkans Anwälte damals. Die Inbetriebnahme des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutz-Anlage. Zur Zeit ist völlig offen, wann an dem neuen Flughafen die ersten Maschinen starten und landen können.

Mehrdorn hat von Gerkans Entwurf "erheblich entstellt"

Dass die Flughafengesellschaft unter ihrem neuen Chef Hartmut Mehdorn den geschassten Architekten nun womöglich wieder an Bord holen will, würde durchaus Sinn ergeben. Denn als Flughafenchef Rainer Schwarz der Planungsgesellschaft unter von Gerkan im Mai den Laufpass gab, nahmen die Architekten ihr Wissen über Baumängel und Planungsfehler mit – was das Chaos an der Großbaustelle in Schönefeld noch verschlimmert haben dürfte.

Um diesen Fehler zu korrigieren nimmt BER-Chef Mehdorn nun womöglich sogar in Kauf, eine Menge Hohn zu ernten, wenn er den Architekten wieder einstellen muss, den seine Flughafengesellschaft einst feuerte und verklagte. Es wäre nicht die einzige Ironie in der Geschichte. Denn Mehdorn und von Gerkan kennen sich gut und lagen auch schon früher im Clinch bei einem anderen Prestigeprojekt in der Hauptstadt: Als Architekt des Berliner Hauptbahnhofs verklagte von Gerkan Hartmut Mehdorn schon 2005, als er noch Chef der Deutschen Bahn war. Mehdorn hatte eigenmächtig von Gerkans Entwurf für den Hauptbahnhof geändert, der Architekt sah sein Urheberrecht verletzt. Das Gericht urteilte damals, Mehdorns Eingriffe hätten von Gerkans Planung "erheblich entstellt".

Quelle: n-tv.de

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