Wirtschaft
Nach S&P senkt auch Moody's den Daumen über Russland.
Nach S&P senkt auch Moody's den Daumen über Russland.(Foto: REUTERS)

S&P hat es bereits vorgemacht: Moody's senkt Russland auf Ramschniveau

Nun hat auch die US-Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herabgestuft. Ursachen seien etwa der Ukraine-Konflikt und der niedrige Ölpreis - die Finanzkraft des Landes sei beeinträchtigt. Die Antwort aus Moskau kommt prompt.

Die Ratingagentur Moody's hat am späten Freitag Russlands Bonität auf Ramschstatus abgestuft, nämlich auf Ba1 von Baa3. Die Experten verweisen auf den Konflikt in der Ukraine, den niedrigen Ölpreis und Wechselkurs-Probleme. Die finanzielle Stärke des Landes werde deutlich vermindert; Gründe seien der fiskalische Druck, die anhaltende Erosion der russischen Devisenreserven sowie der begrenzte Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow kritisierte Moody's für den Schritt. Aus seiner Sicht ist die Herabstufung politisch motiviert. Insbesondere der von der Ratingagentur gegebene Ausblick sei übertrieben pessimistisch und stehe in keinem Zusammenhang mit der Realität.

Moody's geht davon aus, dass die Finanzkraft der russischen Regierung deutlich schwächer werden wird. Die Devisenreserven schmölzen wegen des Kapitalabflusses dahin, und Russland habe nur beschränkt Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Moody's hatte Russland bereits im Januar abgestuft und eine weitere Senkung signalisiert.

"Im Jahr 2018 das Wachstum einer Dekade ausradiert"

Die Ratingagentur rechnet damit, dass Russlands Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 5,5 Prozent einbrechen wird. 2016 dürfte es nochmals 3 Prozent zurückgehen. Damit werde das Land im Jahr 2018 das Wachstum einer Dekade ausradiert haben. Moody's gibt seinem Rating deshalb weiterhin einen negativen Ausblick.

Finanzminister Siluanow betonte jedoch, die Wirtschaft seines Landes werde im laufenden Jahr mit 3 Prozent deutlich weniger schrumpfen als von Moody's angenommen. 2016 soll es seinen Worten zufolge schon wieder aufwärts gehen. Auch die Schätzungen der Ratingagentur zum Kapitalabfluss im Volumen von 400 Milliarden Dollar seien viel zu hoch gegriffen. An der Börse reagierten Investoren jedoch prompt. Der Rubel verlor gegenüber dem Dollar 0,6 Prozent an Wert.

Auch Standard & Poor's (S&P) hatte die Bonität Russlands im Januar in den Ramschbereich heruntergestuft. Bei Fitch steht das Land mit BBB- noch gerade so im Investmentbereich.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen