Wirtschaft

Akkordarbeit statt Abschlussarbeit: Neuer Skandal bei Foxconn

Praktika neben dem Studium sind keine Seltenheit. Beim Apple- und Sonyzulieferer Foxconn treten viele Studenten jedoch nicht freiwillig an. Ihre Uni zwingt sie zu nächtelanger Fließbandarbeit. Das Resultat ihrer Arbeit wird schon bald in vielen Wohnzimmern stehen.

Schon 2011 demonstrieren chinesische Studenten gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei Foxconn.
Schon 2011 demonstrieren chinesische Studenten gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei Foxconn.(Foto: REUTERS)

Beim taiwanischen Technologiezulieferer Foxconn, der unter anderem für Apple, Sony und Nokia produziert, hat es offenbar erneut erhebliche Arbeitsrechtverletzungen gegeben. Bis zu elf Stunden bauten Studenten am Fließband Spielekonsolen für Sony zusammen, statt eine aufs Studium bezogene Arbeit zugewiesen zu bekommen. Einem Bericht der "Oriental Morning Ost" zufolge wurde es den Studenten bei Foxconn verweigert, das "Praktikum" vorzeitig zu beenden, andernfalls würden ihnen von der Universität die Stipendien gestrichen und die Abschlüsse vorenthalten.

Foxconn hat die Arbeitsrechtsverstöße in einem chinesischen Werk inzwischen eingeräumt. Eine interne Untersuchung im Werk Yantai habe ergeben, dass die Unternehmensregeln zu Überstunden und Nachtarbeit in Einzelfällen nicht eingehalten worden seien, teilte Foxconn mit. Mehrere chinesische Zeitungen hatten über die Erfahrungen der Informatikstudenten der Universität Xian im Zentrum des Landes mittlerweile berichtet.

Foxconn erklärte, das Unternehmen habe dafür gesorgt, dass die Universität sich ab sofort an die Regeln halte. Überstunden und Nachtarbeit für Studenten seien nicht erlaubt. Studenten dürften ihr Praktikum im Betrieb auch von sich aus beenden.

Foxconn, Markenname des Konzerns Hon Hai Precision Industry, ist der größte Technologiezulieferer der Welt. Die Werke stehen vor allem in China. Dort beschäftigt der taiwanische Konzern mehr als eine Million Menschen. Er steht seit Jahren wegen Arbeitsrechtsverletzungen in der Kritik. 2010 starben mindestens 13 Arbeiter in China, die sich nach Angaben von Arbeitsrechtlern wegen der harten Arbeitsbedingungen selbst töteten. Foxconn wies die Anschuldigungen zurück. Er hob die Löhne aber um durchschnittlich fast 70 Prozent an.

Quelle: n-tv.de

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