Wirtschaft
Karsten Mühlenfeld hat eine große Aufgabe vor sich.
Karsten Mühlenfeld hat eine große Aufgabe vor sich.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehdorns Erbe: Nun führt Mühlenfeld den Pannenflughafen

Von Sonja Gurris

Karsten Mühlenfeld tritt eine Herkules-Aufgabe an: den Flughafen BER pünktlich und ohne Mängel 2017 fertigstellen. Der neue Aufsichtsratschef folgt auf Hartmut Mehdorn. Mühlenfeld muss sich aber erst einmal mit der Lage vertraut machen.

Es ist ein kalter Abend, als Karsten Mühlenfeld gelöst vor die Kameras tritt. Nun ist er der Neue am Pannenflughafen in Berlin. Der Spott aus dem ganzen Bundesgebiet liegt wie ein grauer Schleier über dem einsamen und ungenutzten Flughafen-Areal in Schönefeld. Doch der ehemalige Rolls-Royce Manager lässt sich die Laune davon nicht verderben.

Hat er keine Angst, bei diesem viel beachteten Großprojekt zu versagen? "Angst ist immer ein schlechter Berater. Zurzeit gehe ich das ganz neutral an", sagt der 51-Jährige n-tv frisch nach seiner Wahl. Doch die vielen Baustellen und Schwierigkeiten rund um den Flughafen beschäftigen ihn. Da heißt es erst einmal, sich einen Überblick zu verschaffen: "Erstmal muss ich sagen, dass ich die Probleme des Flughafens nicht alle im Detail kenne, ich habe meine Informationen bisher primär aus der Presse. (…) Ich werde mir in den ersten Monaten also die Detailpläne anschauen müssen, um entscheiden zu können, wo liegen die Risiken für den neuen Zeitplan, der existiert und welche Probleme als erstes angegangen werden müssen."

Mühlenfeld ist in Berlin heimisch. Über 20 Jahre habe er "fast in der Flugschneise“, im brandenburgischen Dahlewitz gearbeitet. Bei Rolls-Royce hat er Flugzeugtriebwerke entwickelt. Von der Konstruktion ging es  für ihn später bis zur Standort-Leitung und Weiterentwicklung der Berliner Niederlassung. Für Mühlenfeld sind die Managementaufgaben beim BER und  dem britische Unternehmen vergleichbar: „Rolls-Royce war auch ein komplexes Umfeld, da es auch ein Konzern war."

Trotz der vielen unvollendeten Aufgaben am BER macht er auf gute Laune: "Das Schöne ist, dass der Flughafen schon eine sehr, sehr gute Mannschaft hat. Es hat sich hier aus meiner Sicht gut entwickelt in den letzten Monaten. Und jetzt ist es wichtig, die neuen Pläne, die aufgestellt worden sind, sauber umzusetzen und abzuarbeiten.“

Gebäude vollenden, Schallschutzanlagen errichten, die Probleme definieren und umsetzen, das scheint Mühlenfelds Plan zu sein. Viele Aktenordner warten darauf, gelesen zu werden. Dabei flößt ihm eine ganz andere Tatsache Respekt ein: "Die persönliche Herausforderung ist sicherlich, dass man nicht wie in einem normalen Industrieunternehmen leise vor sich hin arbeiten und seine Probleme lösen kann. Alle Probleme werden in der Öffentlichkeit diskutiert, beziehungsweise auch mit den verschiedenen Partnern, die existieren."

Und, das mediale Echo wird auch nicht kleiner werden, falls der Eröffnungstermin 2017 vielleicht noch einmal verschoben werden sollte. Ausschließen kann das wohl niemand mehr. Der Wunsch das Eröffnungsdatum zu halten, ist überall zu spüren. Doch dafür muss der neue Chef erst einmal die Lage prüfen und Altlasten abbauen.

Quelle: n-tv.de

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