Wirtschaft

Erste Senatoren schwenken umObama kämpft für Bernanke

24.01.2010, 10:24 Uhr

Zwei entscheidende US-Senatoren haben Präsident Obama die Bestätigung von Fed-Chef Bernanke zugesichert. Der demokratische Vorsitzende Chris Dodd und das republikanische Mitglied im Bankenausschuss, Judd Gregg, drückten ihre Zuversicht für eine zweite Amtszeit des Notenbankchefs aus. Vielleicht hat ein persönlicher Anruf des US-Präsidenten geholfen.

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Nicht für alle ist Ben Bernanke die "Person des Jahres" (Foto: AP)

Gespräche mit Kollegen hätten sie überzeugt, dass Bernanke die nötige Zustimmung erhalten werde, erklärten die Senatoren in einer gemeinsamen Stellungnahme. Im US-Senat ist zuletzt der Widerstand gegen Bernanke gewachsen. Mehrere Senatoren kündigten ihre Ablehnung an, so dass die schon in trockenen Tüchern geglaubte Bestätigung plötzlich wieder fraglich schien. "Unter der Aufsicht von Bernanke hat die Federal Reserve grob verantwortungslose Finanzgeschäfte erlaubt, die zu der schwersten Finanzkrise seit der Depression geführt haben", sagte etwa der Demokrat Russ Feingold.

Obama ruft an

Am Samstag nahm US-Präsident Obama telefonisch Kontakt mit der Führung seiner Partei im Senat auf, um sich zu vergewissern, dass die nötige Stimmenzahl zustande kommt. Diese Zusicherung habe er auch bekommen, so dass eine Abstimmung in der kommenden Woche sehr wahrscheinlich sei, sagte ein Mitarbeiter der demokratischen Partei.

Die Unsicherheit über die Zukunft des Notenbankchefs hatte am Freitag bereits die Kurse an der Wall Street belastet. Bernanke hatte 2006 unter dem ehemaligen Präsident George W. Bush die Führung der Federal Reserve übernommen. Während der Krise hat er die Zinsen massiv gesenkt und die Geldschleusen der Notenbank so weit geöffnet, wie es die Notenbank praktisch noch nie getan hat. Vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit haben die Milliarden-Hilfen für die Bankenbranche den Unmut gegenüber der Federal Reserve und Bernanke wachsen lassen. Viele Experten betonen hingegen sein entschlossenes Vorgehen im Kampf gegen die Finanzkrise. Das renommierte US-Magazin "Time" kürte ihn deswegen bereist zur "Person des Jahres" 2009. Bernankes Amtszeit endet am 31. Januar.

Quelle: rts