Wirtschaft

Kauf von Vermögenswerten?: Ölpreis-Absturz beunruhigt EZB

Die anhaltende niedrige Inflation in der Eurozone ruft die EZB auf den Plan. Laut Präsident Draghi will der EZB-Rat "unkonventionelle Instrumente" nutzen, um dagegen zu wirken. Sorge bereitet der EZB der Einfluss der Ölpreis-Entwicklung.

Blick auf das neue EZB-Gebäude in Frankfurt.
Blick auf das neue EZB-Gebäude in Frankfurt.(Foto: dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt bei der Beurteilung der Inflationsaussichten den jüngsten Ölpreis-Verfall besonders ins Kalkül. Der EZB-Rat habe Anfang Dezember auf die Prognosen hingewiesen, die von einer geringeren Inflation als bisher erwartet ausgehen, schrieb EZB-Chef Mario Draghi in einem Brief an EU-Parlamentarier. "Er wird besonders wachsam sein hinsichtlich des breiteren Einflusses der jüngsten Ölpreis-Entwicklung auf die mittelfristigen Inflationstrends in der Eurozone", hieß es in dem Brief.

Seit der EZB-Sitzung Anfang Dezember hat der Ölpreis seine Talfahrt noch beschleunigt. Am Donnerstag notierte die richtungsweisende Rohölsorte Brent bei 51 Dollar - im Sommer kostete das Fass noch mehr als doppelt so viel.

Zwar freut ein fallender Ölpreise die Verbraucher - doch die EZB sieht durch das billigere Öl Probleme heraufziehen. Sie will insbesondere die Gefahr bannen, die mit einem Preisverfall auf breiter Front einhergeht. Denn wenn Verbraucher weiter sinkende Preise erwarten und Kaufentscheidungen zurückstellen, droht der Wirtschaft eine Spirale aus fallenden Investitionen und weiter sinkenden Preisen, die nur schwer zu stoppen ist.

Nächste Sitzung am 22. Januar

Draghi zufolge ist der EZB-Rat einhellig der Auffassung, zusätzliche "unkonventionelle Instrumente" zu nutzen, sollte es notwendig sein, auf die Risiken einer zu lang anhaltenden niedrigen Inflation zu reagieren. Solche Schritte könnten den Kauf verschiedener Vermögenswerte beinhalten - einer davon sei der Erwerb von Staatsanleihen, so der EZB-Chef in seinem Brief.

Die Währungshüter haben die Tür für groß angelegte Wertpapieraufkäufe nach dem Vorbild der USA bereits aufgestoßen - schon auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 22. Januar in Frankfurt könnte sie nun weitere Maßnahmen beschließen. Mit einem massenhaften Ankauf von Staatsanleihen würde sie einen Anreiz bieten, dass Geldinstitute die Papiere abstoßen und im Gegenzug mehr Geld zur Kreditvergabe zur Verfügung haben. Das könnte die Konjunktur anschieben - und damit auch die Preise stützen.

Quelle: n-tv.de

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