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Nur noch gucken: Nach zwei Katastrophen bleiben bei Malaysia Airlines die Passagiere aus.
Nur noch gucken: Nach zwei Katastrophen bleiben bei Malaysia Airlines die Passagiere aus.(Foto: REUTERS)

Minus wächst täglich: Passagiere meiden Malaysia Airlines

Die defizitäre Fluglinie Malaysia Airlines rauscht nach den beiden Katastrophen in den vergangenen Monaten noch tiefer in die roten Zahlen. Und die finanziellen Belastungen aus den Unglücken mit MH370 und MH17 kommen wohl erst noch.

Nach zwei Flugzeugkatastrophen in weniger als fünf Monaten ist die malaysische Fluggesellschaft Malaysia Airlines finanziell ins Schlingern geraten. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal einen Verlust von 307 Millionen Ringgit (73,9 Mio Euro) hinnehmen, wie es in Kuala Lumpur mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte sich der Verlust auf 175 Millionen Ringgit belaufen. Für das erste Halbjahr belief sich der Verlust damit insgesamt auf 180 Millionen Euro.

Es dürfte noch schlimmer kommen, warnte Airline-Chef Ahmad Jauhari Yahya: "Die vollen finanziellen Folgen der beiden Katastrophen mit MH370 und MH17 erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte." Am 8. März verschwand MH370 mit 239 Menschen an Bord. Das Wrack wurde bis heute nicht gefunden. Am 17. Juli wurde MH17 mit 298 Menschen an Bord über der Ukraine abgeschossen.

Täglich Millionen-Verlust

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Im März war eine Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden; noch immer fehlt jede Spur. Am 17. Juli wurde dann ein weiteres Passagierflugzeug der Airline auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgeschossen; alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.

Die Buchungen bei der Fluggesellschaft gingen in der Folge drastisch zurück. Das Verschwinden der MH370 habe zu einem Rückgang der Buchungen um knapp sieben Prozent geführt, hieß es. Nach dem Absturz der MH17 über der Ukraine seien die Buchungen dann um ein Drittel zurückgegangen. Die Separatisten stehen im Verdacht, die Maschine abgeschossen zu haben. Viele Passagiere hätten ihre Buchung zudem storniert.

Die Airline macht täglich bis zu zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) Verlust. Anfang August kündigte der staatliche Fonds Khazanah Nasional daher an, er werde alle Anteile übernehmen und das Unternehmen komplett umbauen.

Malaysia Airlines schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken Verluste. Gründe sind die hohen Personalkosten und die aggressive Konkurrenz in Asien. Analysten zufolge muss der Staatsfonds die Führung austauschen, Stellen und einige Flugziele streichen.

Neue Spur zu MH370?

Die australische Regierung geht inzwischen davon aus, dass die im März verschollene Maschine womöglich eher von ihrem Kurs abkam als bisher gedacht. Dies ergebe sich aus der nochmaligen Auswertung von Satellitendaten, sagte Vize-Regierungschef Warren Truss. Die Suche nach Spuren von Flug MH370 werde sich deshalb innerhalb der bereits festgelegten Zone auf ein Gebiet "ein bisschen weiter südlich" als bisher konzentrieren.

Australien leitet die Suche nach dem Flugzeug. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge verließ die Maschine aus unbekannten Gründen mitten im Flug ihre geplante Route und drehte erst nach Westen und dann Richtung Süden ab.

Quelle: n-tv.de

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